Neue Pisa-Studie: Wie gut ist guter Durchschnitt?

Deutschlands Schülerinnen und Schüler behaupten sich beim Bildungsvergleich über dem Mittelwert. Die Deutungen gehen weit auseinander.

Goodluz/Deposit Symbolfoto Schule

"GUTE ERGEBNISSE IM LESEN", vermeldet die deutsche PISA-Koordinatorin Kristina Reiss. Die 15-Jährigen in Deutschland überträfen mit ihren Lesefähigkeiten den Durchschnitt der Jugendlichen in den OECD-Staaten. "Auch in Mathematik und Naturwissenschaften erreichen die deutschen Ergebnisse ein gutes Niveau." So steht es in der Pressemitteilung des Zentrums für internationale Vergleichsstudien (ZIB) an der Technischen Universität München, das Reiss leitet.  

"Wir liegen immer noch leicht über dem Durchschnitt aller OECD-Staaten, doch der jüngste Trend nach 2015 geht nach unten. Das kann uns nicht zufriedenstellen", sagt dagegen Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Deutschland stehe nicht viel besser da als Anfang der 2000er Jahre, als die erste PISA-Studie veröffentlicht wurde. Doch hätten die unerwartet schlechten Werte damals eine Reaktion ausgelöst – eine Dynamik, die inzwischen deutlich nachgelassen habe. "So als hätten wir uns ein Stück weit daran gewöhnt, Durchschnitt zu sein."  

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz (CDU), wiederum befindet, seit PISA 2000 habe sich sehr wohl "einiges zum Positiven verändern – vor allem, wenn man im Hinterkopf behält, wie sich seitdem die Herausforderungen für das Schulsystem entwickelt haben." Relativ zu anderen PISA-Staaten habe sich Deutschland kontinuierlich nach oben bewegt, sagt Lorz, im Hauptberuf hessischer Kultusminister – und der Abstand zur Spitzengruppe sei von Mal zu Mal immer kleiner geworden. "Andererseits ist uns sehr wohl klar, dass unser Aufstieg im Wesentlichen dadurch zustande gekommen ist, dass andere Länder in der Spitzengruppe zum Teil kräftig Punkte eingebüßt haben."

Schon diese drei Kommentare zeigen, dass die Debatte um die Schlussfolgerungen aus PISA 2018, also den nun veröffentlichten Ergebnissen der internationalen Vergleichsstudie, kontrovers werden dürfte. Daher zunächst ein paar Fakten. 

Bei der Lesekompetenzen liegen die getesteten deutschen 15-Jährigen mit 498 Punkten statistisch signifikant über dem Schnitt (487) der 36 Länder, die Mitglied im Industriestaatenclub OECD sind. Auf einem ähnlichem Level finden sich zum Beispiel die USA, Dänemark oder Frankreich. Deutlich besser lesen können die Schüler unter anderem in Estland (523 Punkte), Kanada oder Finnland (jeweils 520), wobei einige der starken Länder im Vergleich zu 2015 kräftig Punkte verloren haben, Finnland zum Beispiel 16. Merklich schwächere Leistungen als Deutschland erzielen unter anderem die Schweiz (484 Punkte), Luxemburg (470) oder Mexiko (420). Im Vergleich zur ersten PISA-Studie 2000 ist der OECD-Schnitt um 13 Punkte gesunken, Deutschland dagegen hat sich um 14 Punkte verbessert. Der Abstand zum 2000er-Spitzenreiter Finnland hat sich von damals 60 Punkte auf noch 22 verringert. 

Bei den Mathekompetenzen finden sich die deutschen Schüler laut PISA 2018 mit 500 Punkten in einem breiten Mittelfeld oberhalb des OECD-Schnitts von 489 Punkten wieder – zusammen unter anderem mit Großbritannien, Irland oder auch Österreich. An der Spitze liegen hier Japan, Südkorea und erneut Estland, ein Stück dahinter die Niederlande, Polen und die Schweiz. Weit unten in der Punktliste stehen zum Beispiel Mexiko und Kolumbien. Im Vergleich zur ersten Studie 2000 hat Deutschland zehn Punkte zugelegt, der Abstand zu Finnland, damals noch in der Spitzengruppe, ist von 46 bis auf sieben Punkte geschrumpft. Finnland ist damit in Mathe ins Mittelfeld durchgereicht worden. Ebenfalls massiv Punkte (30!) verloren im Vergleich zum Jahr 2000 hat zum Beispiel Japan, obgleich das Land damit immer noch vorn liegt.

Und schließlich die Naturwissenschaften: Deutschland kommt 2018 auf 503 Punkte, 14 über dem OECD-Mittelwert und 16 mehr als bei PISA 2000. Das führt zu einem Platz im oberen Mittelfeld auf einem Level zum Beispiel mit den Niederlanden, den USA oder auch wiederum Schweden. Oben in der Tabelle stehen auch hier Estland und Japan, gefolgt von Finnland und Südkorea. Und wieder der Finnland-Vergleich: Vom 51-Punkte Vorsprung 2000 sind noch 19 übrig. 

Welche Trends lassen sich

aus den Zahlen ableiten?

Aber was bedeuten diese nackten Zahlen? Die Sache wird nochmal komplizierter dadurch, dass die deutsche PISA-Leiterin Reiss davor warnt, die Punkte von früher mit den Punkten von heute eins zu eins zu vergleichen. Es habe wesentliche Änderungen bei der Konzeption von PISA 2018 gegeben: neue interaktive Aufgabenformate im Lesen mit mehreren zu lesenden Texten zum Beispiel, "in einer simulierten Web-Umgebung".

Die Schüler seien heute andere als vor 20 Jahren, deshalb müssten es auch die Aufgaben sein, so Reiss. Bei PISA 2018 seien "Aspekte der Lesekompetenz im digitalen Zeitalter erfasst worden", zum Beispiel, wie die 15-Jährigen Informationen durch das Navigieren auf Webseiten finden, vernetzten und beurteilen. Im Jahr 2000 war der internationale Vergleichstest dagegen noch rein papierbasiert. Analog haben sich auch die Testaufgaben in den anderen PISA-Feldern Mathematik und Naturwissenschaften verändert. 

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU)
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU)

Lässt man Reiss' Warnungen allerdings einen Moment außer Acht, so erscheint die Botschaft eindeutig: Nach 2000 ging es für die deutschen Schüler erstmal kräftig nach oben, seit 2012 hat sich der Trend jedoch allmählich umgedreht. Inzwischen sind in allen drei Kompetenzbereichen im Vergleich zu vor sechs Jahren Rückgänge bei den PISA-Punkten zu verzeichnen: 10 beim Lesen, 14 in Mathe und 21 (!) in den Naturwissenschaften.

Dass sich die Leistungen der deutschen Schüler in Mathematik seit 2012 verschlechtert haben, bestätigen auch die Forscher um Reiss. In den Naturwissenschaften lag Deutschland bereits 2015 wieder merklich unter dem Stand von 2006, zwischen 2015 und 2018 gab es nun keine nennenswerte Veränderung mehr. Kristina Reiss schlussfolgert, die naturwissenschaftliche Kompetenz habe in Deutschland seit 2006 "wie in vielen anderen Staaten leicht, aber signifikant abgenommen".

Beim Lesen dagegen sprechen die Forscher von ähnlichen Ergebnissen wie 2009, als Lesen zuletzt im Mittelpunkt der PISA-Studie stand. Die OECD formulierte in ihrer eigenen Pressemitteilung noch deutlicher: Der auch beim Leseverständnis verzeichnete Rückgang der Leistungen sei statistisch nicht belastbar. "Die Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften waren 2018 jedoch signifikant schlechter als 2012. Da sich der Leistungsrückgang bereits mit der PISA-Erhebung 2015 abzeichnete, ist eine breitere Ursachensuche angezeigt."

Ein Fünftel der 15-Jährigen in Deutschland

kann den Sinn von Texten kaum richtig erfassen

Auch unabhängig von der Trendfrage ergibt sich für 2018 beim Studienschwerpunkt Lesen ein gemischtes Bild. 20,7 Prozent der 15-Jährigen liegen auf Kompetenzstufe 1 oder darunter (bei insgesamt sechs Kompetenzstufen), sie können Texte kaum oder nur mit großen Schwierigkeiten erfassen. Das sind aber immerhin knapp zwei Prozentpunkte weniger als im OECD-Schnitt, wobei dieser Unterschied statistisch nicht signifikant ist.

Signifikant ist hingegen der Unterschied zu Estland (11,1 Prozent ) oder Irland (11,8 Prozent), in Polen ist der Anteil der Leseschwachen mit 14,7 Prozent ebenfalls deutlich geringer. Außerdem berichten die Forscher um Kristina Reiss, dass im Vergleich zu 2009 der Anteil leserschwacher Schüler an den nichtgymnasialen Schulformen zugenommen habe. Auch sei die Lesekompetenz in Deutschland stärker als im Schnitt der OECD-Staaten an den sozialen Status geknüpft, ähnlich stark sei das in der Schweiz, Frankreich und Belgien der Fall. Deutlich weniger abhängig von der Herkunft ist der Leseerfolg in den skandinavischen Staaten. 

Schaut man sich allerdings die soziale Schichtung der bundesrepublikanischen Gesellschaft genauer an, weist PISA 2018 für Kinder, die aus Arbeiterhaushalten stammen, beim Lesen eine kräftige Verbesserung gegenüber dem Jahr 2000 aus – während die Kinder aus allen anderen gesellschaftlichen Gruppen stagnierende oder zurückgehende Leistungen zeigen.  

Besorgniserregend: Die Schüler wurden auch nach ihrer Freude am Lesen befragt, und hierbei liegt Deutschland im letzten Drittel, Tendenz im Vergleich zu 2009: weiter nach unten. 50,3 Prozent der deutschen Neuntklässer stimmten der Aussage zu: "Ich lese nur, wenn ich muss", und nur 26,5 Prozent nannten Lesen eines ihrer liebsten Hobbys – im Vergleich zu 33,7 Prozent im OECD-Schnitt.

Frappierend ist, dass die deutschen Schüler im Gegensatz dazu beim Lesestrategiewissen auf Platz eins in der OECD stehen. Was geht da schief? Kristina Reiss kann es auch nicht genau sagen. "Mit diesem Ergebnis habe ich nicht gerechnet", sagt auch KMK-Präsident Alexander Lorz. "Bildungserfolg liegt nicht nur in der Verantwortung der Schulen, wir müssen uns als Gesellschaft alle auch an die eigene Nase fassen."

Interessant ist hier insgesamt die Beobachtung, dass in drei der Staaten mit den geringsten Lesekompetenzen (Türkei, Kolumbien und Mexiko) am liebsten gelesen wird – in den leistungsstarken Ländern Japan und Südkorea nehmen die Schüler ebenfalls gern ein Buch in die Hand.  

Mädchen können in allen OECD-Staaten

besser lesen als die Jungen

Die leistungsstarken Jugendlichen (Kompetenzstufe 5 und 6) machen in Deutschland beim Lesen 11,3 Prozent der 15-Jährigen aus, was deutlich mehr ist als 2009 und auch deutlich mehr als im OECD-Schnitt (8,7 Prozent). Allerdings auch signifikant weniger als zum Beispiel in Kanada (15 Prozent), Finland (14,2 Prozent) oder den USA (13,5 Prozent). 

Mädchen können in allen OECD-Staaten spürbar besser lesen als Jungen, der Unterschied liegt in Deutschland bei 26 Punkten, ist damit aber immerhin deutlich geringer als 2009 (40 Punkte). Bei Mathe verhält es sich umgekehrt: Jungs erzielen signifikant höhere Werte als Mädchen – OECD-weit, auch in Deutschland (sieben Punkte mehr). In den Naturwissenschaften liegen Jungen und Mädchen in etwa gleichauf.

Auch in Mathe und den Naturwissenschaften liegt der Anteil der leistungsschwachen Schüler (Kompetenzstufe 1 oder darunter) bei um die 20 Prozent und damit leicht niedriger als im OECD-Schnitt. Aber eben deutlich höher als in einer Vielzahl von Staaten, vor allem in Estland und Japan. Und vor allem an den nichtgymnasialen Schulen sei die Risikogruppen in Mathe gewachsen, dort erreiche sie nun 30 Prozent, berichten die PISA-Forscher. Umgekehrt liegt der Anteil der leistungsstarken Schüler in Mathe und in den Naturwissenschaften ebenfalls merklich über dem OECD-Schnitt, aber eine Ecke entfernt von den Spitzenreitern. 

Karliczek: Leistungsschere

hat sich geöffnet

Zurück zur Ausgangsdiskussion. Wie sind die Ergebnisse nun zu bewerten? 

Bundesbildungsministerium und Kultusministerkonferenz haben sich in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung heute morgen auf folgende Überschrift geeinigt: "Deutschland stabil über OECD-Durchschnitt". Unterzeile: "Unser Anspruch muss mehr sein: zukünftig weitere Anstrengungen nötig".

Bundesbildungsministerin Karliczek kritisiert, die Leistungsschere habe sich geöffnet. "Die Leistungsspitze stagniert, die Gruppe der Leistungsschwachen wird größer. Dass jeder fünfte Jugendliche nicht sinnverstehend lesen kann, ist schon etwas, das mich bewegt." Das passe nicht zum politischen Ziel, kein Kind zurückzulassen. "Ebenso wenig, dass die soziale Herkunft der Jugendlichen sich immer noch stärker auf ihre Lernergebnisse auswirkt als im Schnitt aller OECD-Staaten."

KMK-Präsident Alexander Lorz betont dagegen: "Die Schulen haben es heute mit einem deutlich höheren Anteil von Schülern mit Zuwanderungsgeschichte zu tun. Dass die PISA-Ergebnisse stabil geblieben und teilweise sogar etwas besser geworden sind über die Jahre, ist angesichts dieser zusätzlichen Herausforderung für das Bildungssystem eine gute Nachricht." Es zeige, dass sich die Anstrengungen seit den Ergebnissen der ersten PISA-Studie 2000 gelohnt hätten. Tatsächlich ist der Anteil von 15-Jährigen mit Zuwanderungsgeschichte (bei denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren wurde) gegenüber 2009 um zehn Prozentpunkte auf 35,6 Prozent gestiegen.  

Laut PISA-Studie liegen Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund in Deutschland 52 Punkte hinter ihren Klassenkameraden zurück – ein beschämend hoher Wert für ein Bildungssystem. Wobei Einwanderer der ersten Generation in allen westeuropäischen Staaten am schlechtesten abgeschnitten hätten, betonen die PISA-Forscher, in Deutschland sei diese Schülergruppe sogar nochmal deutlich hinter ihren Leistungen von 2009 zurückgefallen. Die zweite Einwanderergeneration habe sich dagegen in Deutschland zwischen 2009 und 2018 signifikant verbessert. Alexander Lorz sagte, er fühle sich darin bestätigt, dass er die Bildungssprache Deutsch zum Schwerpunkt seiner diesjährigen KMK-Präsidentschaft gemacht habe.

Kristina Reiss von der TU München betont, Deutschland sei "einer der wenigen Staaten mit seit 2000 ununterbrochen nicht negativem Trend in der jeweiligen Hauptdomäne". Was sie damit meint: Vergleiche man den aktuellen Schwerpunkt einer PISA-Studie (2018 eben das Lesen) mit der jeweils letzten Studie, die den gleichen Schwerpunkt hatte (beim Lesen 2009 und 2000), so ergebe sich ein insgesamt positives Bild für Deutschland. Die drei Kompetenzbereiche werden im Wechsel vertieft geprüft: 2003 und 2012 war Mathematik die Hauptdomäne, 2006 und 2015 waren es die Naturwissenschaften. Und nur den Vergleich zwischen den jeweiligen Hauptdomänen halten die PISA-Forscher vom Zentrum für internationale Vergleichsstudien für wirklich valide.  

Dramatisch ist PISA 2018 aus deutscher Sicht also keinesfalls. Allerdings spricht selbst KMK-Präsident von "gemischten Gefühlen" und sagt: "Wir wollen uns die Ergebnisse nicht schönreden." Bundesministern Karliczek formuliert deutlich ungeduldiger: "Wir brauchen einen Aufbruch in der Bildungspolitik. Durchschnitt ist für ein Land wie Deutschland ohne nennenswerte Rohstoffe zu wenig." 

Kann Deutschland etwas

von Polen lernen?

 Natürlich kann man sich damit trösten, dass andere Länder mit vergleichbarer Demographie, Schweden zum Beispiel, das früher teils deutlich vor Deutschland lag, ebenfalls im Mittelfeld gelandet sind. Oder dass das einzige Bildungs-Musterland Finnland so deutlich hat Federn lassen müssen. Auch kann man, wie manche in der KMK es tun, darauf verweisen, dass ein starkes PISA-Land wie Kanada eine viel striktere Einwanderungspolitik verfolge und besser qualifizierte Migranten anziehe.

Oder aber man schaut auf Deutschlands Nachbarland Polen, das sich fast unbemerkt an der Bundesrepublik vorbei von Studie zu Studie immer weiter nach vorn geschoben hat, in allen drei Kompetenzfeldern. Dort sprechen nur wenige Prozent der Schüler zu Hause nicht die Unterrichtssprache. Doch wie erklärt sich der rasante Aufwärtstrend? 

Erst recht zu denken geben sollte einem der Blick in einige der sogenannten Partnerländer, den Nicht-OECD-Staaten in der Studie. Der Abstand zu den Spitzenreitern – vier chinesischen Provinzen und Singapur – ist enorm. Zwar stünden die vier ostchinesischen Regionen nicht repräsentativ für ganz China, betont OECD-Generalsekretär Angel Gurría, doch jede der vier sei so groß wie ein typisches OECD-Land. Ihre Ergebnisse seien "umso bemerkenswerter, als das Einkommensniveau dort deutlich niedriger ist als im OECD-Durchschnitt."

Die Frage ist allerdings mal wieder: Was lässt sich von denen, die es besser machen lernen? Und inwiefern ist ein Abgucken von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil die Bildungssysteme und die Zusammensetzung der Schülerschaften zu unterschiedlich sind? 

Dass Anja Karliczek angesichts der PISA-Ergebnisse so pusht, während Alexander Lorz eher zur Besonnenheit rät, hat allerdings auch Gründe, die tiefer liegen als reine Meinungsunterschiede in der Bewertung der Studie. Die Botschaft von Karliczek angesichts von PISA 2018 lautet auch: So geht es nicht weiter. Wir brauchen jetzt dringend neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern. Während Lorz signalisiert: Gemach, Gemach. So schlecht läuft das alles gar nicht.

Ist mehr Zentralismus und weniger

Föderalismus die richtige Antwort?

Explizit in Zitaten ausgedrückt klingt das dann bei Karliczek so: "Wir müssen das gesamte Bildungssystem in den Blick nehmen, von der frühkindlichen bis zur beruflichen Bildung." Angesichts der Studie seien Bund und Länder aufgefordert, noch mehr Koordination in der Bildungspolitik hinzubekommen. Sie wolle ganz sicher keinen Zentralismus, betont Karliczek. "Ich bin davon überzeugt, dass Entscheidungen dort getroffen werden müssen, wo sie hingehören. Aber wir brauchen doch sicher eine bessere Koordinierung unter den Ländern. Bund und Länder müssen auch intensiv zusammenwirken."

Alexander Lorz sagt dagegen: "Natürlich brauchen wir mehr Koordinierung im Bildungssystem, da bin ich mir mit Anja Karliczek einig." Nur bei der Frage, in welchem institutionellen Format das passieren soll, gebe es "gewisse Diskrepanzen" zwischen Bund und Ländern. "Wir wollen auf jeden Fall einen Zentralismus verhindern, von dem wir sicher sind, dass er die Schulen auch nicht besser machen würde." 

So wird die bildungspolitische Debatte über die richtigen Schlussfolgerungen aus PISA sehr schnell auch zu einer Debatte über die Zukunft der Bildungspolitik nach der Absage Bayerns und Baden-Württemberg an den im GroKo-Koalitionsvertrag vereinbarten Nationalen Bildungsrat. Spätestens am Donnerstag, wenn die Kultusministerkonferenz zum letzten Mal in diesem Jahr tagt, werden die Ressortchefs sie auch ganz offiziell fortsetzen.  

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