Corona: Die Nationalakademie Leopoldina unterstützt den politischen Kurs, warnt aber vor den Folgen eines längeren Shutdowns.

Von Jan-Martin Wiarda

Christian Schwägerl Das Bild zeigt das Hauptgebäude der Leopoldina, ein klassizistisches Gebäude in Halle. Das Bild entsteht im Sommer, weshalb auch Blumen zu sehen sind.

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DIE NATIONALAKADEMIE LEOPOLDINA hat Empfehlungen zum Umgang mit der Coronavirus-Pandemie vorgelegt. Im Kern rät sie zu einem deutschlandweiten Shutdown von etwa drei Wochen, der verbunden mit "konsequenter räumlicher Distanzierung aus wissenschaftlicher Sicht" geboten sei.

In der Stellungnahme heißt es: "Alle Anstrengungen der nächsten Wochen und Monate sollten darauf gerichtet werden, dass pharmazeutische Interventionen und Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum verfügbar werden und Kapazitäten zur Testung von Verdachtsfällen und Einreisenden vorhanden sind." In der Zeit eines etwa dreiwöchigen Shutdowns müssten Vorbereitungen für das kontrollierte und selektive Hochfahren des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft getroffen werden. 

Von einer kompletten Ausgangssperre halten die Forscher offenbar nichts. Notwendige und gesundheitserhaltende Aktivitäten müssten auch während des Shutdowns möglich bleiben. Gleichzeitig warnen die Forscher vor einer längeren umfassenden Stilllegung des öffentlichen Lebens.

Hinweis auf Folgen für Gesundheit und Psyche

Es sei derzeit von einer Entwicklungszeit von mindestens vier bis sechs Monaten für Medikamente und von neun bis 12 Monaten für Impfstoffe auszugehen. Dabei sei zu bedenken, "dass die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens aufgrund der zu erwartenden, mitunter gravierenden sozialen und ökonomischen Konsequenzen sowie der möglichen negativen physischen und psychischen Auswirkungen auf die Gesundheit nicht über einen so langen Zeitraum aufrechterhalten werden kann."

Am Sonntag wollen die Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin über weitergehende Maßnahmen beraten. Die Stellungnahme der Nationalakademie, die sich zuletzt häufiger in politisch brisanten Fragen zu Wort gemeldet hatte, dürfte hierbei eine Rolle spielen. Vor allem wird deutlich, dass die Forscher einen weitgehenden Shutdown zum jetzigen Zeitpunkt für geboten halten – allerdings mit einer klaren Befristung.

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