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Danh Vo im CAPC Bordeaux

Elitäre Kunst in einer ehemaligen Lagerhalle für Kolonialwaren

von
02.10.2018
6 Minuten
Marmorquader in einer Halle

Licht fällt durch die Fenster im Obergeschoss und teilt den zentralen Ausstellungsraum des CAPC musée d’art contemporain de Bordeaux in helle und dunkle Streifen. „La Nef“, das Kirchenschiff, ist das Herz eines Museums, das sich keiner adeligen Sammlung oder bürgerlichen Stiftung verdankt, sondern einer öffentlichen Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst. Erst nach und nach wurde das Kolonialwaren-Depot aus dem 19. Jahrhundert in den 1980er Jahren zum Museum umgebaut. Der atemberaubend schöne, zweischiffige Raum ist aber nicht der einzige Grund, weshalb sich in diesem Museum im Südwesten Frankreichs Sinnlichkeit und Intellektualität so wunderbar die Waage halten. Es ist die „tief empfundene Verantwortung gegenüber der innovativen Kraft der Kunst“ aller Beteiligten, die laut Bürgermeister Alain Juppé zur unverwechselbaren Strahlkraft des CAPC geführt habe.

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Das an der Garonne gelegene Gebäude des CAPC Bordeaux war im 19. Jahrhundert als Depot für Kolonialwaren wie Kaffee, Zucker oder Baumwolle gebaut worden.
Auf einem ungeformten Marmorblock hängt eine gerahmte Fotografie, die eine Hand einer Skulptur von Michelangelo zeigt.
Danh Vos Spiel mit Form und Material: Das auf dem grob zerteilten Marmorblock aufgehängte Foto zeigt die ebenso aus Marmor gearbeitete Hand der monumentalen David-Skulptur von Michelangelo.
Ein Spiegelkabinett in einer großen Halle aus Stein.
Im Spiegelkabinett „Take My Breath Away“ von Danh Vo hängen Fotografien aus Vietnam.
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Carmela Thiele

Carmela Thiele

Carmela Thiele schreibt als Journalistin über Kunst und Kultur.


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Die Museen sind in einem tektonischen Verschiebeprozess begriffen. Sie erfüllen als Gatekeeper des Wissens eine wichtige gesellschaftliche Rolle, bieten aber auch multiple Erfahrungsräume und dienen als praktisches Labor des Denkens. DebatteMuseum verfolgt diesen Prozess der Veränderung und der Reorganisation. Das Online-Magazin berichtet seit 2017 über die vielfältige Museumsszene, neue Ausstellungsformen und Vermittlungsstrategien. Es schreiben Carmela Thiele und Gäste.

Nach Katrin Ströbel und Clemens von Wedemeyer hat Bettina Munk das aktuelle Titelbild für DebatteMuseum zur Verfügung gestellt. Es zeigt die Installation ORIGIN Computer animation und Drawing Series Planetesimale P_1 in der Ausstellung Drawing Rooms Hamburger Kunsthalle 2016. 

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