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Corona: Wie wichtig ist die zweite Impfdosis?

Nach der ersten Impfung entsteht mit Ausnahme eines Impfstoffs noch kein verläßlicher Schutz gegen Covid-19 – die Hintergründe

10.07.2021
3 Minuten
Eine Gesundheitsarbeiterin hält eine Ampulle mit dem Coronavirus-Impfstoff Oxford-AstraZeneca hoch, um ihn in einem Krankenhaus in Kathmandu, Nepal, den Gesundheitsarbeiter an vorderster Front zu verabreichen.

Mitte Juli 2021 haben sich in Deutschland fast 60 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen Covid-19 impfen lassen. Bei vielen macht sich schon nach der ersten Spritze große Erleichterung breit. Aber dafür ist es in den meisten Fällen noch zu früh. Denn bis auf wenige Ausnahmen sind zwei Impfungen nötig.

Bei den bisher zugelassenen mRNA-Impfstoffen Comirnaty (“BioNTech”) und Spikevax (“Moderna”) sowie dem Vektor-Impfstoff Vaxzevria (“AstraZeneca”) besteht zwar auch nach der ersten Impfdosis ein gewisser Schutz. Allerdings fällt die Antwort des Immunsystems nach der zweiten Impfung deutlich stärker aus als nach der ersten, es werden also zum Beispiel mehr Antikörper gebildet. Es erkranken auch deutlich weniger Menschen. Neueren Untersuchungen zufolge ist der Unterschied bei den neueren Virus-Varianten noch größer. Deshalb ist es sinnvoll, sich vollständig impfen zu lassen, zumal dadurch auch das Risiko für neue Virus-Varianten sinken dürfte.

Verzicht auf zweite Dosis nur in seltenen Ausnahmen

Eine einfache Impfung genügt bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson. Bei allen, die bereits nachweislich an Covid-19 erkrankt waren, reicht nach Angaben der Stiko ebenfalls eine Impfung mindestens sechs Monate nach der Genesung bei immungesunden Menschen aus, auch wenn das aktuell nicht dringlich ist. Die Spritze ist dann eine “Auffrischung” für das Immunsystem, das durch die Infektion bereits angeregt worden ist, Antikörper und Abwehrzellen gegen das Coronavirus zu bilden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt aktuell für den Impfstoff von BioNTech einen Abstand von drei bis sechs Wochen zwischen den Impfungen und beim Impfstoff von Moderna von vier bis sechs Wochen. Wer die erste Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca erhalten hat, sollte laut Stiko mindestens vier Wochen nach der ersten Impfung die zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. Diese Mischung wird empfohlen, weil sich in Studien Hinweise auf eine bessere Wirksamkeit als nach zwei Impfungen mit dem Mittel von AstraZeneca zeigten. Wer sich lieber zweimal mit Vaxzevria impfen lassen will, sollte dann einen Abstand von neun bis zwölf Wochen zwischen den Impfungen einhalten.

Ein Verzicht auf die zweite Impfung wird allerdings bei allergischen Reaktionen nach der ersten Impfung empfohlen. Wenn nach der Erstimpfung mit AstraZeneca eine Thrombose mit Thrombozytopenie auftreten ist, sollte die Zweitimpfung nicht mit diesem Impfstoff erfolgen.

Nach der zweiten Dosis der mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna können bei einigen Menschen einzelne Impfreaktionen wie Schüttelfrost oder Abgeschlagenheit etwas stärker ausfallen als nach der ersten Dosis. Diese Beschwerden verschwinden bei den meisten aber innerhalb von einem oder zwei Tagen von selbst.

Derzeit ist noch nicht klar, ob zukünftig weitere Auffrischimpfungen notwendig sind: Etwa wenn der Impfschutz nach einer Weile zurückgeht oder wenn bestimmte Virusvarianten angepasste Impfstoffe notwendig machen.

(Dr. Iris Hinneburg, 8.7.2021)

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