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„Viele Naturschutzgebiete existieren nur auf dem Papier“

Interview mit Konstantin Kreiser, der für den NABU an der Weltbiodiversitäts-Konferenz teilnimmt

von
28.11.2018
7 Minuten
Verschiedene Exponate an der Wand eines Museums.

Im ägyptischen Scharm El-Scheich tagen von 17. bis 29. November 2018 Vertreter von 196 Vertragsstaaten der UN-Konvention für biologische Vielfalt. Sie bereiten das „Superjahr 2020“ der globalen Umweltpolitik vor, wenn bei einem Gipfeltreffen in Peking Bilanz bisheriger Naturschutzbemühungen gezogen wird und neue Ziele zur Diskussion stehen werden. Weil er an der Konferenz in Ägypten teilnimmt, haben wir Konstantin Kreiser, den Leiter des Teams Globale und EU-Naturschutzpolitik beim Naturschutzbund (NABU), nach seiner Bewertung gefragt.

Kreiser hat in Heidelberg, St. Petersburg und Berlin Geographie, Biologie und Öffentliches Recht studiert. Nach Arbeitsaufenthalten in Kasachstan, Lettland und in der Europäischen Kommission arbeitete er mehrere Jahre im Europabüro von BirdLife International in Brüssel. Beim NABU-Bundesverband in Berlin ist er seit 2010 tätig.

Herr Kreiser, warum stehen Biodiversitäts-Konferenzen der Vereinten Nationen viel weniger im Rampenlicht als Weltklimakonferenzen ?

Obwohl das Insektensterben, die Umweltfolgen der intensiven Landwirtschaft oder der Plastikmüll so viel diskutiert werden wie lange nicht mehr, spielt der internationale Prozess, der ja Lösungen für diese Probleme finden will, leider zu wenig Beachtung – weder in den Medien noch bei den Regierungschefs. Die Verhandlungen werden von Fachleuten und höheren Beamten geführt.

Portrait von Konstantin Kreiser.
Konstantin Kreiser verantwortet beim NABU-Bundesverband das Thema „Globale und EU-Naturschutzpolitik“.

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Foto eines Neuntöters auf einem Ast
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Christian Schwägerl

Christian Schwägerl

Christian Schwägerl ist Journalist in den Bereichen Umwelt, Wissenschaft und Politik. Er war als Korrespondent für die Berliner Zeitung (1997–2001), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (2001–2008) und den SPIEGEL (2008–2012) tätig und arbeitet seit 2013 freiberuflich für Medien wie GEO, FAZ und Yale E360. Von ihm stammen die Bücher „Menschenzeit“ über das Anthropozän, „11 drohende Kriege“ über globale Konfliktrisiken (mit A. Rinke) und „Analoge Revolution“ über die Zukunft digitaler Technologien. Seit 2014 leitet er die von der Robert Bosch Stiftung geförderte „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“. Schwägerl hat einen Master-of-Science-Abschluss in Biologie. Er ist Mitgründer und Vorstand von RiffReporter. Für seine journalistische Arbeit hat er zahlreiche Preise erhalten, darunter den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus (2007) und den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus (2020, mit J. Budde).


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