Was ist ein mäßiger, mittlerer und schwerer Verlauf von Covid-19?

Wann muss man ins Krankenhaus, wann auf die Intensivstation?

NIAID-RML

Bei RiffReporter berichten WissenschaftsjournalistInnen für Sie über die Pandemie

Kurzantwort

Der Krankheitsverlauf bei Covid-19 kann von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein. WissenschaftlerInnen unterscheiden zwischen symptomfreien, milden, mittelschweren, schweren und kritischen Verläufen. Etwa 20 Prozent der in Deutschland identifizierten Covid-19-PatientInnen hatten bislang einen so schweren Verlauf, dass sie ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Der tatsächliche Anteil der infizierten Menschen mit schwerem Verlauf dürfte aber geringer sein, da es eine Dunkelziffer von nicht erkannten Erkrankten gibt. 

Der asymptomatische bis mittelschwere Verlauf

Ungefähr vier von fünf bestätigten Fällen zählen zu den symptomlosen, milden oder moderaten Formen. Nicht eingerechnet sind hier Menschen, deren Erkrankung gar nicht entdeckt wurde. Bei symptomlosen oder milden Verläufen merkt man entweder gar nichts, oder die Erkrankung erinnert an eine gewöhnliche Erkältung. Bei mittelschweren Verläufen kommen einige der typischen Covid-19-Symptome deutlicher zum Vorschein. Das können Fieber, Husten und eventuell Schläfrigkeit sein, sowie eine Reihe weiterer Symptome wie Geruchs- und Geschmacksverlust. 

Auch Lungenentzündungen, bei denen keine Atemnot auftritt, gelten noch als moderate oder mittelschwere Verläufe. Weniger als die Hälfte der Lunge ist dabei von der Entzündung betroffen. Das Atemorgan erfüllt seine Aufgabe, den Körper mit Sauerstoff zu versorgen, noch halbwegs gut (Sauerstoffsättigung im Blut von über 93 Prozent). 

Der schwere Krankheitsverlauf

Etwa 20 Prozent der in Deutschland an Covid-19 erkrankten Menschen leiden so stark unter den Folgen der Krankheit, dass sie in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Dann spricht man vom schweren Krankheitsverlauf. Dabei kommt es oft zu ernsten Lungenentzündungen. Es können aber auch andere Organe betroffen sein, etwa das Gehirn, die Nieren oder das Herz-Kreislauf-System. Im typischen Fall ist mehr als die Hälfte der Lunge von den Problemen betroffen, und sie kann nicht mehr richtig arbeiten (Sauerstoffsättigung im Blut von 93 Prozent oder weniger). Die Atemfrequenz steigt stark an. Eine künstliche Beatmung kann notwendig werden.

Der kritische Krankheitsverlauf

Ein Teil der schwer erkrankten Personen entwickeln einen kritischen Verlauf. Dann werden sie auf die Intensivstation des Krankenhauses verlegt, denn jetzt besteht Lebensgefahr. Die Lunge und viele andere Organe können versagen, ein so genannter septischer Schock droht, bei dem der Blutdruck massiv abfällt und das Herz die lebenswichtigen Organe einschließlich des Gehirns nicht mehr mit Blut versorgen kann. (Peter Spork)

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