Corona: "Keiner Schülerin und keinem Schüler soll ein Nachteil erwachsen"

Die rheinland-pfälzische Ministerin Stefanie Hubig im Interview über Schulschließungen

Frau Hubig, Sie sind Landesministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Noch am vergangenen Donnerstag wollten die Kultusminister generelle Schulschließungen vermeiden. Am Freitag machte dann ein Bundesland nach dem anderen wegen der Corona-Pandemie seine Kitas und Schulen dicht, Rheinland-Pfalz ebenfalls. Haben die Ministerpräsidenten sich durchgesetzt? 

Nein. Die Expertise der Fachleute hat sich durchgesetzt. Diese Entscheidung ist sicher niemandem leichtgefallen und sie hat Auswirkungen auf das gesamte gesellschaftliche Leben. Aber die wichtigste Frage ist doch: Wie können wir eine Ausbreitung des Coronavirus eindämmen oder die Ausbreitung wenigsten verlangsamen? Und da richten wir uns nach den Empfehlungen der Expertinnen und Experten beim Robert-Koch-Institut, aus der Charité und aus anderen Institutionen. 

Glauben Sie, dass die ergriffenen Maßnahmen wirklich helfen werden?

Niemandem sind die Schulschließungen leicht gefallen. Wenn sie nicht notwendig wären, hätten wir sie nicht gemacht. Aber wir handeln verantwortungsbewusst. Wir richten uns nach den Expertinnen und Experten, und die sagen: Schulschließungen können helfen, die Verbreitung des Virus zumindest zu verlangsamen. Und wenn das so ist, dann muss man das auch machen. Ob uns das gelingt, wird man abschließend aber erst später beurteilen können. Wir alle haben in den letzten Tagen erlebt, wie dynamisch diese Lage ist.

Das Bild zeigt die lächelnde Frau Hubig.
Stefanie Hubig (SPD) ist seit 2016 Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz. Vorher war die promovierte Juristin Staatssekretärin im Bundesjustizministerium. Im Jahr 2020 ist Hubig Präsidentin der Kultusministerkonferenz.

Wie geht es nach Ende der regulären Osterferien weiter? Wie lange können die Kitas und Schulen geschlossen bleiben?

Es passiert hier gerade sehr viel in sehr kurzer Zeit. Deshalb wird man die Lage ständig neu bewerten müssen, und das tun wir. Vor allem kümmern wir uns jetzt aber zunächst um die akuten Fragen und die lauten etwa: Wie stelle ich sicher, dass Lehren und Lernen trotz der regulär geschlossenen Schulen weitergehen kann? Wie gestalte ich die Notfallbetreuung in den Kitas und Schulen pädagogisch sinnvoll und wertig? Parallel dazu arbeiten wir aber auch an den verschiedenen Szenarien, die kommen können.

Was sagen Sie den Schulabgängern und Abiturienten, die jetzt um Ihre Prüfungen fürchten?

Denen sage ich, dass sie sich keine Sorgen machen müssen. Die Abiturprüfungen werden stattfinden. Und wo das planmäßig nicht geht, wird man auf einen späteren Termin ausweichen müssen. Wir Länder haben uns im Zuge der letzten KMK-Sitzung außerdem darauf vereinbart, dass wir Prüfungen und Abschlüsse, die unter diesen besonderen Vorzeichen abgelegt werden – und dazu gehört nicht nur die allgemeine Hochschulreife – gegenseitig anerkennen werden. Keiner Schülerin und keinem Schüler soll ein Nachteil aus dieser besonderen Situation erwachsen.

  1. Corona
  2. pandemie

Diese Tage entscheiden, wie heiß der Corona-Herbst wird: Noch haben wir es selbst in der Hand

Aktuelle Zahlen belegen: Jüngere stecken sich vergleichsweise seltener an, bei den Älteren steigen die Neuinfektionen dagegen mit großer Dynamik.

Das Bild stellt den kreisrunden Virus mit seiner Schutzhülle dar.
  1. Corona
  2. Corona-FAQ

Was sollen die sogenannten Coronapässe bringen und wie sinnvoll sind sie?

Die Idee, dass Menschen nach einer durchlaufenen Infektion eine Immunität bescheinigt wird, klingt verlockend. Doch der Deutsche Ethikrat warnt aus guten Gründen vor diesem Ansatz.

  1. Corona
  2. Gesundheit

"Mikrobiome haben bei vielen lebenswichtigen Fragen eine völlig unterbewertete Rolle"

Die ganze Natur ist von Mikroorganismen geprägt. Gabriele Berg, Leiterin des Instituts für Umweltbiotechnologie an der Technischen Universität Graz, erforscht dies seit Jahren. Ein Interview über Ernährung, Pandemie und das Konzept der "One Health"

Forscherin Gabriele Berg steht mit zwei Kollegen im Labor. Sie halten einen Apfel in der Hand. Das ist ihr Forschungsobjekt, um die drauf befindlichen Mikroorganismen zu studieren.
  1. Corona
  2. Gesundheit

Spätfolgen durch Covid-19: Was sind die Ursachen?

Die Pandemie wird eine Welle chronischer Erkrankungen nach sich ziehen. Sars-CoV-2 und die Langzeitschäden - so ist die Faktenlage.

Ein junger Mann sitzt erschöpft auf dem Boden. Sein Gesicht ist nicht zu sehen, er hat den Kopf auf seine verschränkten Arme abgelegt.
  1. Corona
  2. Katalonien
  3. Spanien

Unterschiede zwischen Spanien und Katalonien

Interview mit dem Romanisten Prof. Dr. Ulrich Hoinkes der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der sich seit 40 Jahren mit Land und Leuten beschäftigt.

Porträt Romanist Prof. Dr. Ulrich Hoinkes der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  1. Afrika
  2. Corona
  3. Menschenrechte

Tunesiens queere Community und Corona: Eingeschränkte Freiräume

Obwohl die Corona-Krise in Tunesien vergleichsweise wenig Opfer gefordert hat, stellt sie für vulnerable Gruppen trotzdem eine Bedrohung dar. Queere Gruppierungen berichten über massive Auswirkungen auf das Wohlergehen und die Sicherheit von sexuellen Minderheiten.

Ali Bousselmi von der tunesischen LGBTQI-Organisation steht, Maske im Gesicht, vor einer Regenbogenflagge
  1. Corona
  2. Gesundheit

Corona-Trends: Weniger Neuinfektionen und kranke Kinder, kaum Einweisungen ins Krankenhaus

Die Entwicklung der Pandemie in Deutschland macht gerade Hoffnung. Doch wie nachhaltig ist sie?

Das Bild zeigt Schülerinnen des Phönix-Gymnasiums in Dortmund Mitte August 2020 im Unterricht. Die jungen Frauen sitzen dicht beieinander und lesen im Unterrichtsmaterial, sie tragen alle Mund-Nasen-Schutz.
  1. Corona
  2. Gesundheit

Desinfizieren ganz ohne Chemie - geht das?

Über falsche Versprechungen und die Tücken der Desinfektion. Ein Gespräch mit dem Experten Nils-Olaf Hübner.

Porträt von Nils-Olaf Hübner, Professor an der Universitätsmedizin Greifswald.
  1. Corona
  2. Coronafolgen
  3. Gesundheit

„Ich bin 28 und fühle mich wie eine alte Frau“

Kira, 28, ist Ärztin und steckte sich bei einer Patientin an. Vier Wochen lang war sie sehr krank. Auch jetzt, fünf Monate später, ist sie immer noch erschöpft. Und sie ist wütend. Hier erzählt sie, warum

  1. Corona
  2. Schule

Corona-Tests besser nutzen: Warum Deutschland endlich eine repräsentative Stichprobe braucht

Mit welchem Schwung die Pandemie zuschlägt, ist derzeit schwer zu erkennen. Zeit für ein neues Testverfahren

Auf dem Bild steht eine medizinische Fachfrau in Schutzkleidung vor einem Mann, der sitzt. Die führt zwei Wattestäbe in seinen geöffneten Rachen ein, um Proben für einen Coronatest zu entnehmen.
Flatrate ab 8 € RiffReporter unterstützen
Covid-19: Ein Virus bedroht die Welt