Wie bereite ich mein Kind vor Kita- und Schulbeginn auf die Hygieneregeln vor?

Ruttapum2/Deposit Das Bild zeigt die Hände eines Mädchens, das diese mit Seife in einem Waschbecken wäscht.

Bei RiffReporter berichten WissenschaftsjournalistInnen für Sie über die Pandemie

Eltern üben in der Regel mit ihren Kindern von klein auf wichtige Hygieneregeln ein, wie zum Beispiel Händewaschen. Wenn Kinder jetzt nach und nach wieder zur Schule und in die Kita gehen können, werden sie aber mit neuen und strengeren Regeln konfrontiert, als sie vielleicht von zu Hause gewohnt sind. Die RiffReporter geben Tipps, wie Eltern ihre Kinder vorbereiten können.

Erklärung

Die meisten Eltern und Kinder wünschen sich, dass die Schulen wieder öffnen. Einige Jahrgänge dürfen in vielen Bundesländern seit Montag wieder zur Schule gehen, das sind Kinder und Jugendliche, die demnächst Prüfungen machen müssen oder in weiterführende Schulen wechseln. Doch vor dem Neustart gibt es viele Fragen dazu, wie Ansteckungen in den Schulen verhindert werden können.

Die Schulen erarbeiten nach Vorgaben der Kultusministerien Hygienekonzepte (Beispiel: Hessen). Dazu gehört zum Beispiel, dass sich SchülerInnen nicht zu nahe kommen, dass es Seife und warmes Wasser in den Toiletten geben muss und ob und wann Alltagsmasken getragen werden sollen.

Was Eltern tun können, um ihr Kind auf diese neue Situation vorzubereiten

Ein wichtiger Hinweis vorab: Sollte Ihr Kind besonders infektanfällig sein oder Vorerkrankungen haben, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob Sie es überhaupt jetzt schon zur Schule schicken sollten. Wenn Ihr Kind einen Infekt hat, darf es die Schule nicht besuchen.

Für Kinder in Kindergärten und Tagesstätte

  1. Kleine Kinder sind große Nachahmer. Deshalb ist das Wichtigste, dass Sie Ihrem Kind nicht nur erklären, worauf es ankommt, sondern es vor allem vorleben. Waschen Sie sich selbst die Hände, wenn es Ihr Kind tun soll. Verbinden Sie es mit einem Lied, das Ihr Kind mitsingen kann, zum Beispiel ein Geburtstagslied. Vermitteln Sie die Freude am Tun (auch, wenn das leichter gesagt ist, als getan).
  2. Kleine Kinder spielen eigentlich immer. Das können Sie nutzen. Malen Sie Ihrem Kind einen Virus auf Handrücken und Handinnenflächen und rufen Sie einen Wettbewerb aus: "Schaffst du es, das Virus bis heute Abend wegzuwaschen? Dann hast du gewonnen.“
  3. Nehmen Sie Ihrem Kind die Angst vor Maskenträgern, indem Sie ihm erzählen, dass unter vielen Masken ein Lächeln steckt. Starten Sie einen kleinen Wettbewerb: Wer schafft es, die Maske am längsten zu tragen, ohne sich an der Nase zu jucken oder sie zwischendurch runterzuziehen?
  4. Erklären Sie Ihrem Kind, dass Kuscheln toll ist, aber im Moment niemand außer die Eltern und die Geschwister berührt werden sollen. Dabei helfen kleine Spiele und Bilder, etwa: Der Boden ist Lava, der Körper der anderen ist Lava. Oder: Wer am meisten lächelt und winkt, gewinnt! 

Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) finden Sie Comics, die Ihren Kindern helfen können die Situation besser zu verstehen. Zum Beispiel, warum es wichtig ist, auf Virenjagd zu gehen. Hier der Link zum PDF des Comics “Agenten im Einsatz”, den man bald auch als Printversion bestellen kann. 

Weiteres Material, das kindgerecht das Thema Hygiene vermittelt, können Sie ebenfalls kostenlos und zum Teil in vielen Sprachen bei der BZgA bestellen: Poster, Aufkleber, Broschüren

Für Grundschulkinder

Für GrundschülerInnen gelten viele der Tipps, die für Kindergartenkinder geeignet sind, immer noch: Sie lernen durch Spielen, Singen, Nachahmen. GrundschülerInnen können aber bereits viele Erklärungen verstehen und behalten.

Erklären Sie Ihrem Kind, dass es sich anders anfühlen wird, in die Schule zu gehen als früher. Die Abstandsregeln bedeuten, dass sich der Unterricht verändert, weil weniger Kinder im Raum sind und sie weiter voneinander entfernt sitzen. Die Abstandsregeln bedeuten aber auch, dass sich die Pausenzeit verändert, weil LehrerInnen strenger darauf achten müssen, dass sich niemand anstecken kann.

  1. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es wichtig ist, dass es versucht, möglichst Abstand zu MitschülerInnen zu halten. Wenn Ihr Kind den Sinn versteht, kann es die neuen Regeln leichter befolgen.
  2. Ermuntern Sie Ihr Kind, sich Spiele zu überlegen, bei denen man gut Abstand halten kann: Hüpfkästchen, Balancierspiele, Verstecken, Ratespiele statt Fangen, Rangeln, Ball spielen.
  3. Erläutern Sie Ihrem Kind die Vorteile von Warteschlangen, die es nun vermehrt vor Waschbecken und beim Betreten des Klassenzimmers geben wird: Kein Gerangel und jeder kann sicher sein, dass er dran kommt.
  4. Ermuntern Sie Ihr Kind, immer ein Taschentuch in der Hosentasche zu haben. Und ermuntern Sie es, das Taschentuch auch zu benutzen. Nach dem Naseputzen muss das benutzte Tuch sofort in einen Mülleimer geworfen werden. Und Ihr Kind muss sich die Hände waschen. Wie es richtig geht, erklärt dieses Video.
  5. Üben Sie das Niesen und Husten in die Armbeuge.

Für Kinder und Jugendliche in weiterführenden Schulen

Für ältere Kinder und Jugendliche ist vor allem eins wichtig: Es darf nicht zu albern oder peinlich sein. Erklären Sie die Hygieneregeln deshalb so, wie Sie sie einem Erwachsenen beibringen würden.

Leitfragen

  1. Was ist zu tun? Wie ist es zu tun?
  2. Warum ist das zu tun?
  3. Was passiert, wenn man es falsch macht oder nicht tut?

Die wichtigsten Aspekte zur Hygiene

  1. Andere nicht berühren: keine Umarmungen, kein Gerangel und Geschubse.
  2. Möglichst kleine Gesprächsgruppen in der Pause bilden, damit genügend Abstand eingehalten werden kann.
  3. In die Armbeuge niesen oder husten.
  4. Taschentücher benutzen. Nach dem Benutzen sofort in den Mülleimer werfen und Hände waschen.
  5. Händehygiene beachten: 20 Sekunden mit Seife waschen. Wie es richtig geht, erklärt dieses Video 

Grundsätzliches

Desinfektionsmittel sind in Gemeinschaftseinrichtungen sinnvoll, zu Hause meist nicht. Achten Sie bei Hand- oder Flächendesinfektionsmitteln darauf, dass Sie auch gegen Viren wirken. Geben Sie diese Mittel nicht Ihrem Kind mit. Die Schulen müssen selbst für ausreichend Sauberkeit sorgen.

Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können Sie Aufkleber und Poster bestellen, die Sie neben dem Waschbecken oder in der Wohnung anbringen können. Auf der Website finden Sie auch Links zu Videos, die Sie sich gemeinsam ansehen können, um zu lernen, wie man es richtig macht.

Fazit

Bleiben Sie bei all den vielen Vorschriften aber möglichst entspannt und befürchten Sie nicht gleich das Schlimmste, wenn es am Anfang noch nicht so gut klappt oder die Kinder wichtige Regeln immer wieder vergessen oder nicht befolgen wollen. Geben Sie auch Verantwortung an die Schulen und Kindergärten ab. Vieles klappt in der Gruppe besser als einzeln zu Hause. (Silke Jäger)

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