Kann das neue Coronavirus durch Lebensmittel wie Fleisch übertragen werden?

Wie man sich vor möglicher Ansteckung schützen kann

NIAID-RML

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Kurze Antwort:

Eine Ansteckung über Lebensmittel lässt sich nicht völlig ausschließen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Das Coronavirus verträgt keine Hitze. Wenn Speisen gekocht, gebraten oder gebacken werden, gibt es deshalb keine Infektionsgefahr. Einige Corona-Infizierte arbeiten in der Fleischindustrie. Doch selbst Fleisch ist nicht gefährlich, weil das Virus auf totem Gewebe nicht lange existieren kann. 

Erklärung:

Die Gesundheitsbehörden weltweit haben bereits Erfahrung mit anderen Coronaviren als Sars-CoV-2. Bisher gibt es dabei keine nachgewiesenen Fälle einer Übertragung von Coronaviren durch Lebensmittel oder importierte Produkte. „Die Erfahrungen mit früheren Ausbrüchen, die durch verwandte Coronaviren wie beispielsweise das SARS- und das MERS-Coronavirus verursacht wurden, haben gezeigt, dass das Virus nicht durch den Verzehr von Lebensmitteln übertragen wurde. Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass das neue Coronavirus in dieser Hinsicht anders ist“, sagt Marta Hugas, leitende Wissenschaftlerin der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Eine Übertragung des Virus durch Wasser aus dem Wasserhahn ist nicht möglich, da die Viren während der Aufbereitung des Trinkwassers vernichtet werden.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) erklärte, das Virus werde inzwischen fast ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen, auch wenn der Infektionsherd für den oder die ersten Fälle in China höchstwahrscheinlich Tiere waren. Ganz sicher kann man sein, wenn Speisen auf über 60 Grad erhitzt wurden, weil das Virus hitzeempfindlich ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sagt, auch die Reinigung von Geschirr in der Spülmaschine zerstöre das Virus, weil dabei fettlösende Substanzen zum Einsatz kommen. 

Übertragung vor allem von Mensch zu Mensch 

Das BfR sieht auch bei frischen Lebensmitteln nur eine sehr geringe Gefahr. Das gilt ebenfalls für Backwaren, Obst, Gemüse und die jetzt viel diskutierten Fleischwaren. Die Viren können sich in oder auf Lebensmitteln nicht vermehren. Es sei zwar denkbar, dass Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf die Waren gelangten, aber dies sei doch sehr unwahrscheinlich. In den meisten Geschäften ist die Ware durch Scheiben vor KundInnen geschützt oder diese dürfen die Ware nicht mehr berühren. Für das Verkaufspersonal galten bereits vor Corona umfangreiche Hygienevorschriften zur Verhinderung von Infektionen. Bei der Zubereitung von Lebensmitteln sollten VerbraucherInnen außerdem die herkömmlichen Hygieneregeln auch zu Coronazeiten beachten. Diese schützen allgemein vor Erregern, also auch vor dem neuen Virus. 

Wie lange Coronaviren auf der Oberfläche von Obst oder Gemüse intakt bleiben, wird derzeit in weiteren Studien untersucht. Die ExpertInnen haben aber bisher keine Erkenntnisse, dass die Ergebnisse die Gefahrenbewertung ändern werden. 

Ein besonderer Hinweis des BfR gilt allerdings der Verwendung von Kosmetika, Cremes und Lippenstiften. Diese sollten keinesfalls mehrere Personen gemeinsam nutzen. Die Kosmetika haben häufig einen hohen Fettanteil, in dem Viren eventuell verbleiben können und dann auf den nächsten Nutzer übertragen werden. 

(Rainer Kurlemann)

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