Freiheit auf zwei Rädern: Wie Deutschlands Fernradwege besser werden können

Unser Autor ist im Sommer mehr als 1000 Kilometer quer durch Deutschland geradelt – Radwegeplaner, aufgepasst!

In diesem Sommer bin ich ziemlich viel Fahrrad gefahren. Die erste Tour machte ich in den Ferien mit meinem Sohn, von München über die Alpen an den Bodensee. Die Fahrt war so großartig, dass ich, wieder zurück im Arbeitsleben, nicht mehr vom Fahrradfahren lassen wollte.

Als an einem Freitag Anfang August klar war, dass ich am Montagmittag in unserem RiffReporter-Büro in Bremen sein wollte, setzte ich mich nachmittags in Berlin kurzerhand aufs Rad, radelte los Richtung Westen, zuerst die Havel hinunter, denn die Elbe hinauf, quer durch das Wendland und die niedersächsischen Ebenen. Mit nur einer kleinen Abkürzung per Zug kam ich am Montag um 11 Uhr zum Meeting in Bremen an. 

Wenig später wiederholte ich das, diesmal von Magdeburg entlang der Aller bis an die Weser. Und als ich Ende August in Bremen ein Wochenende zur freien Verfügung hatte, setzte ich mich wieder aufs Rad, diesmal gen Norden, die Weser hinauf an den Jadebusen und wieder zurück nach Bremen.

Ich habe die Kilometer unterwegs nicht gemessen, weil ich mich nicht auch noch auf dem Sattel mit Zahlen beschäftigen und auch nicht irgendwelche Fitnessalgorithmen füttern, sondern in meiner eigenen Zeitrechnung unterwegs sein will, der Zeitrechnung der velophilen Freiheit. Überschlagsweise waren es wohl 1300 bis 1400 Kilometer, die ich insgesamt zurückgelegt habe. Und das bot reichlich Gelegenheit, mir Gedanken über die diversen Fernradwege zu machen, auf denen ich unterwegs war: Isarradweg, Innradweg, Bodenseeradweg, Havelradweg, Elberadweg, Heideradweg, Weserradweg, Allerradweg, Nordseeradweg.

Dienstreisen mit dem Fahrrad

Lange Radtouren zu machen ist ungemein populär für Urlaub und Wochenende. 2019 haben laut ADFC-Radreise-Analyse insgesamt 5,4 Millionen Deutsche eine Radreise mit mindestens drei Übernachtungen unternommen. Am beliebtesten sind die Radwege entlang von Weser, Elbe, Ruhr und Donau. Wenn das Interesse an umweltfreundlicher Mobilität anhält, dürften diese Zahlen weiter steigen.

Ich mache lange Fahrradtouren schon seit meiner Jugend. Meine persönliche Entdeckung dieses Sommers ist, dass sich auch Geschäftsreisen wie in meinem Fall zwischen Berlin und Bremen mit Radfahren verbinden lassen. Wer in Hamburg lebt und am Montag einen Termin in Berlin hat, kann das Wochenende zur Anreise mit dem Rad nutzen – warum nicht? Oder eher: Warum immer nur an Auto und Zug denken? In der Nähe von Magdeburg traf ich einen Radler, der es so macht: Er ist Freiberufler und legt seine Termine so, dass er zwischen 50 und 100 Kilometer Anreise mit dem Rad einplant. Ihm kommen unterwegs gute Ideen und telefonieren kann er auch.

Gemischte Erfahrungen

Auf meinen langen Touren auf den Fernradwegen habe ich in diesem Sommer viele wunderbare Strecken erlebt und dabei oft dankbar an die Menschen gedacht, die solche Radwege planen, gestalten und unterhalten. Etwa an der Havel westlich von Werder, wo ich auf Flüsterasphalt durch die wunderbare Flusslandschaft zischte und an keiner Kreuzung überlegen musste, ob ich nun rechts oder links abbiegen soll, weil alles gut ausgeschildert war.

Unter dem Strich überwiegt aber eine andere Erfahrung: Es gibt noch viel zu tun, wenn Fernradwege einladend, sicher und komfortabel sein sollen. Sehr viel. Deshalb habe ich eine Liste der Missstände gemacht, die mir unterwegs aufgefallen sind, und zugleich Ideen notiert, wie man sie beseitigen könnte.

Wenn Sie weitere Missstände benennen und Ideen einbringen wollen, schreiben Sie uns über das Formular am Ende dieses Beitrags. Wir werten die Einsendungen aus und ergänzen die Ergebnisse in diesem Beitrag.

Das Bild zeigt einen Radweg an einem Ortsrand in Niedersachsen, der als benutzungspflichtig ausgeschildert ist, aber in einem sehr schlechten Zustand ist. Darauf weist zugleich ein Schild hin, das vor Radwegschäden warnt.
Ein typischer Fall: Sobald Radwege in Ortschaften münden fängt das Elend an. Ausnahmen hat unser Autor auf seinen zahlreichen Fahrradkilometern nur vereinzelt gefunden.
Christian Schwägerl

Missstand 1: Selbst die besten Fernradwege enden am Ortsschild

Man gleitet als RadfahrerIn dahin und freut sich darüber, wie glatt alles auf einem gut ausgebauten Fernradweg läuft – bis man an das nächste Ortsschild kommt. In Hunderten Ortschaften, durch die ich geradelt bin, werden Radfahrer auf enge Wege mit Fußgängern gepfercht, mit Einfahrtswellen, Schlaglöchern und hohen Bordsteinkanten konfrontiert. Ihnen werden Fahrbahnbeläge zugemutet, die deutlich mehr Kraft erfordern als Asphalt.

Im Gegensatz zu Autos haben die meisten Fahrräder keine Stoßdämpfer. Bürgermeister sollten wissen: Ihre Orte brennen sich bei den Durchreisenden mit Schlägen in die Weichteile ins Gedächtnis.

Es herrscht verkehrte Welt in den meisten Ortschaften, durch die Fernradwege verlaufen. Radfahrer bekommen all die Hindernisse zugemutet, die eigentlich auf den dörflichen und städtischen Hauptstraßen nötig wären, um motorisierten Rasern entgegenzuwirken. Wenn die Durchfahrtsstraßen so ausfallen würden wie die innerörtlichen Radwege, müssten nicht überall Schilder mit der Aufschrift „Achtung Kinder!" stehen, so als seien die Kinder die Quelle der Unfallgefahr.

Vorschlag 1: Pop-up-Radwege auch auf dem Land

Ein Fernradweg ist nur so gut wie der Radweg in den Ortschaften, durch die er führt. In diesem Sommer haben Städte in ganz Europa vorgemacht, wie man effektiv sichere Radwege schafft. Dafür muss nicht die halbe Ortschaft aufgebuddelt und alles mit einem Luxusanstrich versehen werden. Es reicht, einen Teil der Straße für eine mit Plastikelementen geschützte Fahrrad-Fahrbahn abzutrennen – fertig ist der "Pop-up-Radweg". Warum nicht auch auf dem Land? Das nützt nicht nur den Radlern. Wer als Kommunalpolitiker verhindern will, dass Kinder aus dem Ort unter die Räder kommen, kann nichts Besseres tun, als die Raser runterzubremsen.

Die Institutionen, die Fernradwege einrichten und betreuen, sollten nicht ruhen, bis die Kommunen mit ihnen an einem Strang ziehen. Vielleicht müssen sie im Notfall drohen: Wenn ihr nichts tut, legen wir die Route anders. Profi-Tipp: Es gibt gerade Fördergelder der Bundesregierung, die Situation zu verbessern.

Missstand 2: Zu kleine und zu wenige Wegweiser

Im Kalten Krieg gab es Vorbereitungen dafür, die Straßenbeschilderung mit Wegweisern so zu ändern, dass sich die einmarschierenden Russen verfahren würden. Auf weiten Strecken der deutschen Fernradwege kann man den Eindruck gewinnen, auch die Fahrradfahrer sollen derart in die Irre geführt werden. Die Schilder, die Fernradwege anzeigen, sind durchweg zu klein und es sind durchweg zu wenige von ihnen angebracht.

Das führt dazu, dass man an eine Kreuzung kommt und erstmal ein paar Minuten rätseln muss, wie es weitergeht. Ein paar Mal ist diese Art von Schnitzeljagd vielleicht witzig, doch wenn man abends schon müde ist oder einfach nur schnell ans Ziel kommen will, ist das unglaublich nervtötend, wenn man erst nach langem Suchen das kleine Schildchen unter Efeu an einem schwer einsehbaren Zaun findet. Ja, es gibt digitale Versionen von Radführern, aber vielleicht will man ja Radfahren, um nicht schon wieder am Handy zu hängen?

Vorschlag 2: Dreimal so viele Schilder

Die Lösung ist ganz einfach: Die Planer von Fernradwegen sollten Schilder nutzen, die so groß sind wie ganz normale Wegweiser – und mindestens zwei bis dreimal so viele von ihnen entlang ihrer Strecken anbringen als bisher. Beim Planen der Positionen sollten die Mitarbeiter am besten mit dem Fahrrad unterwegs sein, dann verstehen sie ganz von selbst, wo Bedarf besteht.

Missstand 3: Wegweiser zeigen meist nur das nächste Dorf

Wenn wir schon bei Wegweisern sind: Die meisten Radfahrer wollen nicht nur bis ins 2,8 Kilometer entfernte Kleinkleckersdorf fahren. Viele von ihnen wollen in die nächste größere Ortschaft, vielleicht sogar in die nächste Stadt. Doch diese sind fast überall, wo ich unterwegs war, nicht angeschrieben, sondern konsequent nur das nächste Örtchen, was Mal um Mal dieselbe Frage aufwirft. Liegt Kleinkleckersdorf auf meiner Route?

Zum Beispiel wird Bremen auf dem Weserradweg von Süden kommend erst 16 Kilometer vor der Stadt mit Namen und Entfernung genannt, Uelzen aus Richtung Lüchow kommend erst kurz vor den Toren der Stadt. So war das eigentlich fast überall. Am krassesten am Jadebusen, wo alle Schilder nach Varel führten, aber keines ins relativ nahe Oldenburg – eben weil in Varel die Leute sitzen, die das regionale Radwegenetz planen. So etwas wie eine überregionale Zusammenarbeit zwischen Radregionen – oder gar Ansätze für die Ausschilderung eines bundesweiten Fahrradwegenetz – scheint es bisher kaum zu geben.

Das Bild zeigt ein Radwegeschild mit der Inschrift "Wolfsburg 70 Kilometer". Das begrüßt unser Autor.
Vorbildich: Am Allerradweg wird durch dieses Schild auch das weiter entfernte Ziel Wolfsburg ausgewiesen und nicht nur das nächste Dorf.
Christian Schwägerl

Vorschlag 3: Radwegeplaner sollten großräumig denken

Es gibt Vorbilder: Auf dem Allerradweg tauchten die ersten Schilder gen Verden – der Stadt an der Mündung des Flusses und damit dem Ziel der meisten Fernradfahrer – schon ab rund 100 Kilometer Entfernung auf, und in die andere Richtung wurde Wolfsburg 70 Kilometer entfernt angezeigt. Genauso sollte es überall sein und gerne noch großräumiger: Berlin 350 Kilometer, München 500 Kilometer. Die Nennung von Fernzielen hilft ungemein – sowohl bei der konkreten Orientierung an einer Kreuzung als auch dabei, die eigene Position im Verhältnis zum Ziel des Tages oder der ganzen Tour einzuschätzen, ohne irgendetwas hervorkramen zu müssen.

Wenn Sie Radwegeplaner sind und dies lesen: Denken Sie großräumig! Weisen Sie Entfernungen von 100, 200, 300 Kilometern aus. Radfahrer wie ich träumen von Schildern, auf denen immer auch ein Fernziel ausgewiesen wird. Vielleicht spornt das ja auch dazu an, endlich ein bundesweites Netz von Radschnellwegen zu schaffen, so dass man sich südlich von Berlin nicht nur als Autofahrer auf die A9 gen München einfädeln kann, sondern auch als Fahrradfahrer auf einen künftigen F9, auf dem man die Strecke komfortabel auf Flüsterasphalt auf zwei leisen Rädern zurücklegen kann.

Missstand 4: Streckenweise fehlt es am Grundsätzlichsten

Auf manchen Strecken habe ich mich gefragt, wie jemand auf die Idee kommen kann, hier einen Radweg nicht nur auszuweisen, sondern auch anzupreisen. Besonders krass war das auf dem Isarradweg zwischen dem Sylvensteinsee und Mittenwald der Fall. Auf der Internetseite wird "Radeln pur" in einer großartigen Voralpenlandschaft angepriesen, in Wahrheit findet man sich ohne eigenen Radweg mit Lastwagen, Wohnmobilen und PS-starken BMWs wieder, und zudem mit Trupps von Motorradfahrern, die die Landschaft dazu missbrauchen, röhrend Kurven zu fahren. Das geht auf 32 Kilometern so und ruiniert jeden Genuss der Landschaft gründlich.

Da muss man als Radwegregion entweder eingestehen: Hier gibt es keinen Radweg. Oder man investiert in einen. Auf vielen anderen Strecken kommt man sich vor wie auf einer Teststrecke für SUVs, nur ohne die Federung. Schlaglöcher, Bodenwellen, schmieriger Blattbelag – wer mit normalem Tempo auf solchen Wegen fährt, muss immer in Habacht-Stellung sein, denn das kann leicht schief gehen und in einem Sturz münden.

Es ist ungefähr so, als würde man einen Feldweg als Bundesstraße ausweisen und das als normal verkaufen. Wahrscheinlich gibt es Leute, die denken, dass Radfahrer solche Strecken irgendwie abenteuerlich finden. Wenn sie nicht gerade Mountainbike fahren, sondern mit Gepäck unterwegs sind, ist die Antwort eindeutig: Nein, das ist einfach gefährlich und nervig – und eine klare Aussage darüber, wie wichtig einer Region ihre radelnden Besucherinnen und Besucher sind.

Zu den mangelnden Basics zählt auch die Sicherung von Straßenquerungen. An zu vielen Stellen münden Fernradwege abrupt in vielbefahrene Straßen. Hier braucht es dringend Warnschilder und Übergänge. Wer mit Gepäck unterwegs ist, fährt langsamer an, ist eher eine Schnecke.. Gleichzeitig heizen viele Autofahrer auf Landstraßen, als gäbe es kein Morgen. Ungeschützte Straßenquerungen sind da eine echte Stress- und Gefahrenquelle.

Ein Radweg ist wohl durch eine Wurzel aufgebrochen, ein Riss klafft quer über die Fahrbahn.
Nur eine kleine Delle? Für Radfahrer fühlt sich das anders an, nämlich eher wie ein zwanzig Zentimeter hohes Hindernis für ein Auto – ohne Stoßdämpfer. Wenn man da mit etwas Tempo um die Ecke kommt, ist das kein Spass. Gesehen und erlebt auf der östlichen Seite des Weserradwegs, wenige Kilometer vor Bremen.
Christian Schwägerl

Vorschlag 4: Investitionen in Radwege

Hier gibt es keine einfache Antwort, denn die Antwort heißt: Investieren, investieren, investieren. Oder einfach die Fernradwege so behandeln wie Landstraßen, Bundesstraßen und Autobahnen. Über deren Zustand beschweren sich zwar auch viele Autofahrer – aber die haben in der Regel keinen Vergleich, wie erbärmlich die Fahrrad-Infrastruktur vielerorts ist. Es ist eine politische Frage in Landkreisen, Bundesländern und auch auf Bundesebene, ob man eine gut gepflegte und sichere Infrastruktur von Fernradwegen will – oder nicht. Nur sollte man dann auch nichts beschönigen, nur um Touristen anzulocken.

Missstand 5: Es gibt kaum Rastplätze, zumal schöne

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss sich ab und an ausruhen. Die Wasservorräte auffrischen, den Beinen ein bisschen Erholung gönnen, sich im Schatten vor der Mittagssonne schützen, vielleicht auch auf das Ende eines Regenschauers warten. Doch auf meinen Fahrten habe ich kaum Rastplätze gesehen. Bei den wenigen Rastplätzen, die es gab, herrschte das typische dunkelbraune Rustikaldesign vor, das einen sofort via Zeitportal zum Schulwandertag in den 1970er Jahren zurückbeamt.

Modriges Holz allerorten, und so unbequem verbaut, dass man nirgendwo die Beine hochlegen kann. Brunnen, aus denen Leitungswasser fließt, gab es nur in den Alpen. Ausgerechnet in Norddeutschland, wo ich zum Beispiel zwischen Lüchow und Soest eine Art Niemandsland zu überqueren hatte, in dem ich auf hundert Kilometer keinem Menschen begegnet bin und auch keiner Gaststätte am Wegesrand, ist das eine wirklich üble Sache. Kaum etwas ist schlimmer als dass einem unterwegs das Wasser ausgeht.

Auf dieser Strecke – auf der ein Radweg entlang einer Landstraße verläuft – hing mir, obwohl ich mit drei Litern gestartet war, irgendwann so die Zunge zum Boden, dass ich überlegte, mich an einem landwirtschaftlichen Bewässerungsgerät zu bedienen. Es überwog dann doch die Vorsicht, denn wer weiß, was da zugemischt wird. Zum Glück erbarmten sich meiner zwei Frauen, die auf einer Terrasse saßen. Ich glaube, ich habe auf sie gewirkt wie jemand, der gerade die Sahara durchquert hat. Es haben so viele Dorfwirtshäuser zugemacht, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, sich unterwegs neu mit Wasser eindecken zu können. Einen netten Ort zum Ausruhen habe ich auf weiten Strecken vergeblich gesucht.

Dargestellt ist ein offener Brunnen in Tirol, aus dem Wasser fließt. Am Brunnen lehnt ein Fahrrad mit Gepäck.
So soll es sein: In den Alpen gibt es in den meisten Ortschaften Brunnen, aus denen Trinkwasser fließt. In weiten Teilen Deutschlands befinden sich Radfahrer dagegen auf dem Land auf Durststrecken – zumal es in vielen Ortschaften auch keine Gaststätten mehr gibt.
Christian Schwägerl

Vorschlag 5: Brunnen alle 10, Rastplätze alle 20 Kilometer

An jeden Fernradweg gehört alle zehn Kilometer ein Brunnen, zumindest ein Wasserhahn – und am besten alle zwanzig Kilometer eine schöne Raststätte. Unterwegs habe ich angefangen zu träumen, wie toll man so etwas designen könnte. Mit modernen Freiluftmöbeln, die zum Ausruhen und Beinehochlegen einladen. Mit einem kleinen Set Werkzeug, wie man es schon mancherorts an Fahrradparkplätzen in Städten findet, wären solche Rastplätze auch Anlaufstelle für kleine Reparaturen.

Und dann braucht es natürlich einen überdachten Bereich, der vor Sonne und Regen schützt, ohne Dunkelbraundepressionen auszulösen – in Farben wie Rot, Blau oder Grün. Vielleicht sogar mit WLAN, wie auf dem Alpe-Adria-Radweg in Slowenien, und mit solargespeisten USB-Buchsen zum Aufladen von Handys und Steckdosen für E-Bikes. Alle Fahrradregionen Deutschlands könnten sich zusammentun und gemeinsam ein schickes Design für einen Standard-Rastplatz beauftragen, der dann in Masse gefertigt wird. So könnte man die Kosten niedrig halten. Es könnte so schön sein.

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Ideen, Stimmen und Vorschläge von Leserinnen und Lesern

"Die Betreiber der Radwege sollten in der Darstellung stärker zwischen touristischen Radwanderwegen und Fernradwegen differenzieren. Touristische Radwege machen oft unnötige Umwege über landschaftlich reizvolle Strecken statt möglichst kurze, bequeme und sichere Verbindungen zwischen entfernten Zielen anzubieten."

"Es sollten Schilder an den jeweils nächsten Abfahrten zu folgenden Zwischenzielen Standard sein: Bäckerei, Laden, Supermarkt, Bahnhof."

"Ein eklatanter Mangel sind Baustellen auf den Radfernwegen bzw. ihre Ausschilderung. Hier wünsche ich mir mindestens die gleiche Sorgfalt wie bei Auto-Umleitungen. Es muss klar erkennbar sein, dass eine Umleitung für den Radfernweg gilt, auch wenn die Sperrung erst Kilometer später erfolgt. Auch könnten viele Umleitungen zeitlich befristet sein, da man z.B. an Wochenenden durchaus auf der Trasse fahren kann, wenn nur werktags gearbeitet wird."

"Ich wünsche mir Landkarten mit dem Radnetz in die nächste Stadt und dem aktuellen Standort."

"Ich erlebe immer wieder, dass auch Kopfsteinpflasterstrecken als "Radweg" ausgewiesen sind, was denke ich überhaupt nicht ok ist. Was auch oft schwierig ist: Wege mit vielen Konflikten mit Fußgängern. In Berlin führt zum Beispiel der Berlin-Leipzig-Radweg durch vielgenutzte Parkanlagen. Aber das allergrößte Problem sind Gefahrstellen - ein "Radweg" der ohne separate Fahrbahn auf einer Bundesstraße verläuft, ist einfach völlig inakzeptabel. Hier braucht es Mindeststandards." (Hanno Böck, Berlin)

"Es stört mich sehr, dass man auf den Fernradwegen kein Wasser nachtanken kann . Notlösung sind Friedhöfe, wo es fast immer Wasser gibt. Dank der deutschen Bürokratie müssen Schilder angebracht sein, wenn es kein Trinkwasser ist." (Matthias Schlomannn, Lübbecke)

"Das Fernradwegenetz ist zu löchrig. Es gibt große Gebiete ohne Fernradwege z. B. im Norden und Osten von Sachsen-Anhalt, in Brandenburg südwestlich Berlins."

"Die Fernradwege sind bevorzugt für Touristen geplant, denen es nur auf den Weg und nicht auf das Ziel ankommt. Wer aber - wie im Artikel beschrieben - mal von einer Großstadt zur anderen Großstadt radeln möchte, muss entweder auf Radwegen zahlreiche Umwege in Kauf nehmen oder sie verlassen und Straßen nutzen."

"An der Elbe gab es leider zweimal die Situation, dass die von Komoot und Google verzeichnete Fähre nicht mehr vorhanden war. Die entsprechenden Ämter bzw. Verantwortlichen solcher Infrastruktur sollten sich dessen bewusst sein und solche Daten digital pflegen. Gerade wenn man schon 150 Kilometer in den Beinen hat, ist ein Umweg von 15 oder 20 Kilometern nicht so toll." (Willi Meierhof, Gera)

"Ich würde mir in regelmäßigen Abständen Biwakplätze wünschen, wie es sie für PaddlerInnen gibt. Nicht jede/r will oder kann sich Hotelzimmer leisten oder fühlt sich auf Zeltplätzen, die von Wohnmobilen überlaufen sind, wohl. Ein einfacher Platz mit Sitzgelegenheit und Mülleimer – und jaaa, Ladestationen – reicht aus."

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