Up-cycling für Wuppertal

Wie Radwege eine Stadt verändern können

Christa Mrozek

Busy Streets - Auf neuen Wegen in die Stadt der Zukunft

Wer in Wuppertal am Bahnhof das Rad besteigt, fühlt sich wie auf einer Zeitreise. Radfahrer sind hier nicht vorgesehen. Die Straße gehört den Autos. Nur vereinzelt findet man im Zentrum einen lenkerbreiten Radstreifen. Dennoch steigen hier immer mehr Menschen aufs Fahrrad. Denn nur zwei Kilometer vom Bahnhof entfernt schlängelt sich, ein paar Dutzend Meter über dem Tal, einer der schönsten und modernsten Radwege der Republik durch die Landschaft. Hier rollen Alltagsradler an haushohen Felswänden vorbei und überqueren Täler auf historischen Viadukten und durch Tunnel. 

Wuppertaler Bürger und Bürgerinnen haben für den Umbau einer ehemaligen Bahntrasse in die Nordbahntrasse gesorgt - eine 23 Kilometer lange Flaniermeile für Radfahrer und Fußgänger. Sie verbindet im Norden der Stadt fünf Bezirke fernab vom Autoverkehr miteinander und beschert Wuppertal einen immensen Imagewandel: Von der Pleitestadt zum Radlerparadies. Seit ihrer Eröffnung haben sich hier Restaurants, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen angesiedelt. Der Radweg verbindet einst getrennte Welten und verändert die Stadt auch im Tal.

„Die Nordbahntrasse ist eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte der vergangenen Jahre“, findet Martin Bang, Geschäftsführer des Stadtmarketing Wuppertal. Die grüne Flaniermeile macht ihm seine Arbeit leicht. Sie zieht Bürger und Touristen, Kulturschaffende, Stadtplaner und Studenten aus der ganzen Welt an. Im Januar waren Wissenschafts-Studenten aus Hongkong vor Ort, um mehr über die Entstehung der Trasse und das freiwillige Engagement der Wuppertaler zu erfahren. Denn die hatten es nicht leicht. Die Stadt beschied den Freiwilligen immer wieder: Was Ihr vorhabt, geht nicht.  

Kurze Wege im Norden der Stadt 

Alles fing 2005 mit einem Sonntagsspaziergang an. Damals kletterte der Unternehmensberater Carsten Gerhardt mit seiner Frau auf die ehemalige Trasse der Rheinischen Eisenbahngesellschaft. Sechs Jahre zuvor war hier zum letzten Mal ein Zug gefahren. Mittlerweile wucherten Birken, Brombeeren und Gestrüpp zwischen den Schienen. Die beiden folgten den Gleisen und wanderten an haushohen Felswänden vorbei, die den Autolärm aussperrten, und über alte Brücken und Viadukte von denen sie weit ins Tal blicken konnten. Stundenlang wanderten die beiden über die Schienen und standen plötzlich in einem anderen Stadtteil. 

„Wir wussten gar nicht, dass das möglich war“, sagt Gerhardt. Ein ebener Höhenweg verband hier die Quartiere im Norden der Stadt. Sie waren es gewohnt, sich für jede kleine Erledigung im Nachbarquartier bergauf und bergab durch den Stadtverkehr zu schlängeln.

Von der Pleitestadt zum Radlerparadies

„Wuppertal war 2005 nicht mehr attraktiv“, sagt Gerhardt. Vom Niedergang der deutschen Textilindustrie und dem damit verbundenen Strukturwandel hatte sich die Stadt nicht erholt. Zwischen 1990 und 2010 mussten 44 Prozent aller Wuppertaler Industriebetriebe aufgeben oder wanderten ab. Die Arbeitslosigkeit lag bei zwölf Prozent und die Menschen zogen fort. Gerhardt, der in München und Sydney gelebt hatte, war zu dieser Zeit in seine Heimatstadt zurück gekehrt. Aber er hielt den Stillstand in der Stadt schlecht aus. Er wollte etwas ändern und erzählte Freunden von der vergessenen Bahnstrecke.

Carsten Gerhardt
M. Michels / Wuppertalbewegung


Ein Masterplan für eine Bahntrasse

Die Runde aus Architekten und Ingenieuren entwarfen einen kühnen Plan für die Trasse. Ein Freizeitweg sollte entstehen: sechs Meter breit, 23 Kilometer lang. Pendler und Schüler könnten die Strecke für ihre Alltagswege nutzen, alle übrigen Wuppertaler für Kunst, Kultur, Sport und Erholung. „100.000 Menschen leben im direkten Einzugsgebiet der Trasse“, erinnert Gerhardt. „Das ist fast ein Drittel der Bevölkerung.“ Sie alle sollten von dem Rad- und Freizeitweg profitieren. 

Diese Idee galt 2005 als revolutionär. Radschnellwege und urbanes Radfahren wurde erst Jahre später hip; auch E-Bikes waren noch Rentnerfahrzeuge mit tiefem Einstieg. Größter Haken waren jedoch die Kosten. Der Umbau war teuer. Den Berechnungen der Freunde zufolge sollte er etwa 20 Millionen Euro kosten. Zwar könnte 80 Prozent der Summe aus Fördertöpfen des Landes und der EU kommen, aber rund drei Millionen müsste die Stadt beisteuern. Und die war Pleite. Als die Gruppe dort ihre Machbarkeitsstudie vorlegte, erhielt sie prompt eine Abfuhr: Im Nothaushalt sei dafür kein Geld vorhanden.

Verein wird Bauherr

„Die Absage spornte uns an“, sagt Gerhard lächelnd. Mittlerweile hatte er mit Bekannten einen Verein gegründet, die Wuppertalbewegung. Unter diesem Namen sammelten sie bei Privatleuten und regionalen Unternehmen Spenden, um den Eigenanteil der Stadt beizusteuern. Nach wenigen Wochen hatten sie die fehlenden Millionen zusammen und bald auch die Zusage über die Förderungen von Land und der EU in der Tasche. Als die Stadt ihnen dann erklärte, sie könne die Trasse nicht bauen, gründeten sie eine eigene Bau- und Betriebsgesellschaft. 

Das war der Start für den Bau der Nordbahntrasse und der Auftakt für ein jahrelang andauerndes Ringen der Wuppertalbewegung mit den Vertretern aus dem Rathaus und der Verwaltung. Immer wieder lagen sich die Mitglieder des Vereins mit den Vertretern aus dem Tal über das Wie und Wann beim Trassenbau in den Haaren, bis die Stadt 2012 das Projekt übernahm.

Die Wuppertaler ließen sich von den öffentlichen Streitereien jedoch nicht beeindrucken. Sie waren das Warten leid, wollten die Nordbahntrasse haben und bereiteten mit den Vereinsmitgliedern die Strecke für die Bauarbeiten vor. 

Mitmach-Aktionen mit Hunderten Helfern

Das Engagement der Menschen vor Ort war riesig. „Hunderte ehrenamtliche Helfer kamen mit Kettensägen und sogar kleinen Baggern“, erinnert sich Gerhardt. Sie fällten kleine Bäume, gruben Gestrüpp aus und sammelten Müll. Die regelmäßigen Mitmach-Aktionen des Vereins kamen gut an. „Beim Pflastern waren so viele Freiwillige vor Ort, so schnell konnten wir die Pflastersteine überhaupt nicht anreichen, wie sie verbaut wurden“, sagt Christa Mrozek, Sprecherin der Wuppertalbewegung.


Mitmach-Aktionen auf der alten Bahntrasse: Hunderte Bürger gruben Bäume aus ...
Wuppertalbewegung
sammelten Müll ...
Christa Mrozek / Wuppertalbewegung
und pflasterten später den Fußweg
Christa Mrozek / Wuppertalbewegung

Letzte Chance: Do-it-yourself

„Das Engagement aus der Bevölkerung von unten fiel so groß aus, weil von oben so lange nichts kam“, erklärt Matthias Wanner, Psychologe und Politikwissenschaftler am Wuppertal Institut. „In strukturschwachen Städten entstehen oft neue Räume wie die Bahntrasse.“ Investoren hätten für diese Flächen oftmals keine Verwendung und der Stadt fehle das Geld. Die Bürger haben laut Wanner nur eine Chance: „Selber machen!“

Gute Bürgerbeteiligung folgt einem Muster 

Aber diese Beteiligung ist kein Selbstläufer. Wanners Forschung zeigt, dass sie einem Muster folgt. Um Menschen dazu zu bewegen, sich in ihrer Freizeit fürs Gemeinwohl zu engagieren, seien vier Punkte wichtig: Die Distanz der Bewegung von jeglicher Parteipolitik; ein oder mehrere Macher, die die freiwilligen Helfer mit ihrer Idee auch langfristig begeistern; professionelles Personal, dass Großprojekte umsetzen kann, sowie ein konkretes Anliegen mit klarem Sachbezug. 

In allen Bereichen konnte die Wuppertalbewegung punkten. Damit der Einzelne sah, dass sich sein Einsatz auch lohnt, hatte der Verein ein Teilstück der Trasse im Stadtteil Wichlinghausen mit Freiwilligen und regionalen Unternehmen umgebaut: 100 Meter Nordbahntrasse für Radfahrer und Fußgänger zum Anfassen und Ausprobieren. Dieses Musterstück war Inspiration und Motivation zugleich. 

Flaniermeile verändert Alltagsmobilität 

Heute, fünf Jahre nach ihrer Eröffnung 2014, ist die Nordbahntrasse eine wichtige Verkehrsachse für die Menschen zwischen Vohwinkel und Schee. Pendler, Schüler und Kindergartenkinder sind hier täglich zu Fuß mit dem Rad oder auf Rollern unterwegs. Die Trasse hat ihre Alltagsmobilität verändert. „Vorher hatten die Kinder und Jugendlichen keine Wahl. Sie mussten mit dem Auto gefahren werden oder den Bus nehmen“, sagt Christa Mrozek. Auf der Trasse sind sie selbstständig mobil. 

Für die Anwohner der angrenzenden Kieze ist die Nordbahntrasse eine attraktive Flaniermeile. Auf der 23 Kilometer langen Strecke haben etliche Cafés und Restaurants eröffnet. Es gibt Spielplätze, eine Boulderhalle, verschiedene Fahrradverleihe, einen Felsengarten, im Sommer verschiedene Trassenfeste und immer wieder neue Veranstaltungen wie der 100-Kilometer-Lauf oder die Fahrradmesse „Bergische Velo“, die sich ein Jahr nach der Eröffnung an der Trasse angesiedelt hat. Im Januar hat hier zudem der erste Kulturkindergarten Nordrhein-Westfalens eröffnet. 

Tanz auf dem Asphalt

Aber nicht nur die Wuppertaler zieht es auf die Trasse, auch Radtouristen aus ganz Deutschland sind, laut Martin Bang vom Stadtmarketing, hier unterwegs. Für ihn hat sich die Strecke zu einer wichtigen Kommunikationsachse entwickelt. „Dort sind täglich Menschen jeden Alters und jeder Religion unterwegs, die Zeit haben und für viele Themen offen sind.“ Das hat auch die etablierte Kunstszene bemerkt. Das weltberühmte Wuppertaler Tanztheater Pina Bausch hat dort bereits öffentlich geprobt und ebenso das städtische Sinfonieorchester. „Seit es die Trasse gibt, bewegt sich die Kultur immer öfter zu den Menschen“, freut sich Bang.

Leben an der Trasse attraktiv

Die neue Achse verändert auch das Stadtbild. Wer sie mit dem Rad lang fährt, sieht immer wieder neue Baugruben. Wohngebiete entstehen in Sichtweite der Strecke und die angrenzenden Quartiere werden aufgewertet. „Ich lebe seit 57 Jahren in der Stadt“, sagt Bang, „aber jetzt werden Wohnviertel und Flächen entlang der Trasse attraktiv, die die Planer vorher nicht auf dem Zettel hatten.“


Viele Anwohner der angrenzenden Quartiere sind täglich ...
Christa Mrozek / Wuppertalbewegung
... auf dem Rad- und Fußweg unterwegs
Andrea Reidl
Manche nutzen die Bauwerke zum Proben ihrer Choreografie ...
Andrea Reidl
... andere gehen hier Spazieren
Christa Mrozek / Wuppertalbewegung
Radfahren oder Skaten ...
Christa Mrozek / Wuppertalbewegung
... oder pendeln mit dem Rad Arbeit oder zur Schule
Christa Mrozek / Wuppertalbewegung
Die Lego-Brücke der Nordbahntrasse ist ein neues Wahrzeichen Wuppertals
Christa Mrozek / Wuppertalbewegung
Der Graffiti- und Streetart-Künstler Martin Heuwold hat die Legosteine auf den Beton gesprüht
Andrea Reidl

Wissenschaftler und engagierte Wuppertaler verfolgen diese Entwicklung sehr genau. „Die Aufwertung der Flächen kann schnell in eine Verdrängung wechseln“, warnt Wanner mit Blick auf die Elberfelder Nordstadt. Das Gründerzeitquartier in Mirke mit seinen sanierten Altbauten ist attraktiv. Noch könnten die Anwohner die Mieten in dem Arbeiterviertel mit 4,5 Euro bis 6,5 Euro pro Quadratmeter zahlen. Das könne sich aber schnell ändern, wenn die stuckverzierten Villen auf dem russischen Immobilienmarkt angeboten werden. Dann steigen die Preise. „Die Frage ist, wie man den Prozess langfristig steuert“, sagt Wanner. Ob die Stadt die freien Flächen möglichst teuer verkauft oder die Vergabe der Grundstücke an bestimmte Konzepte oder an soziale Nutzungspläne knüpft.

Mehr Mitbestimmung in Wuppertal

Diese Entscheidungen werden in der Stadt inzwischen immer öfter direkt mit interessierten Bürgern diskutiert. Dazu Wanner: „Die Nordbahntrasse hat zu einer anderen Kultur geführt.“ Bürgerbeteiligung sei in Wuppertal inzwischen selbstverständlich. „Das war vor fünf Jahren noch anders.“ Angetrieben haben diese Entwicklung auch die beiden Kommunikationsdesigner Christian Hampe und Beate Blaschczok mit ihrem Projekt Utopiastadt. 

Die Trasse als guter Ort für Utopien

Utopiastadt ist eine Mixtur aus mittelalterlichem Marktplatz und Reallabor. 2011 sind die beiden mit ihrem Projekt in den Mirker Bahnhof auf die Nordbahntrasse gezogen. Sie setzen hier fort, was die Wuppertalbewegung begonnen hat: Neue Ideen und Visionen für ihre Stadt entwickeln und ausprobieren. In dem historischen Bahnhof treffen sich regelmäßig interessierte Bürger, Wissenschaftler und Stadtvertreter. Sie diskutieren über Umweltthemen, Stadtentwicklung auf Augenhöhe und mehr gesellschaftliche Teilhabe. Anschließend setzen die Utopisten ihre Ideen und Visionen in konkreten Projekten direkt vor Ort um. 

Im hauseigenen Café existiert beispielsweise kein Verzehrzwang. Hier kann jeder verweilen und bei einem Glas Leitungswasser mit anderen schwatzen, im Biergarten in der Sonne sitzen und sogar Konzerte besuchen. Rund 150 Freiwillige engagieren sich und organisieren Diskussionen, Musik und Tank, verschiedene Werkstattprojekte oder ähnliches.


Mittendrin: Der alte Mirker Bahnhof liegt direkt an der Nordbahntrasse
Sven Pacher / Utopiastadt
Beim Stadtentwicklungssalon können alle diskutieren ...
Wolf Sondermann / Utopiastadt
Die Experten-Workshops finden in kleiner Runde statt
Sven Pacher / Utopiastadt
Gut besucht: die Utopiastadt Trassen-Jam-Session
Wolf Sondermann / Utopiastadt
Das Reparatur-Cafe kommt immer gut an
Sven Pacher / Utopiastadt
Utopiastadt ist eine wichtige Institution in Wuppertal
Wolf Sondermann / Utopiastadt

Alternativen zum Auto testen

Die Utopiastadt-Macher nutzen immer wieder geschickt die Lage an der Nordbahntrasse für ihre Projekte. Bald wollen sie hier Alternativen zum Auto zum Ausprobieren anbieten. Viele Stadtbewohner seien hier erst mit dem Fahrrad unterwegs seit es die autofreie, ebene Trasse gibt, sagt Hampe. Die Utopisten wollen ihnen zeigen, dass noch mehr geht. Deshalb ist ihr nächstes Projekt eine Switchstation mit Car-Sharing-Autos und E-Lastenrädern. Das erste E-Lastenrad „Fienchen“ wurde über Crowdfunding finanziert und lässt sich kostenlos ausleihen. Außerdem sollen auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände gebührenpflichtige Parkplätze entstehen. Die Idee ist, dass die Umsteiger hier ebenso parken wie Anwohner der angrenzenden Neuen Friedrichstraße. Die Stadt will die Einbahnstraße, die von der City geradewegs zur Utopastadt führt, in eine Fahrradstraße umbauen und Parkplätze entfernen. 

Radfahrer sind gute Kunden

„Wir reden natürlich mit den Anwohnern, aber grundsätzlich ist das Interesse groß“, sagt Frank Meyer, Dezernent für Stadtentwicklung, Bauen, Verkehr, Umwelt das Vorhaben der Stadt. Das ist erstaunlich. Denn in der Regel ist der Aufschrei in der Bevölkerung immens, wenn Parkplätze entfernt werden sollen. Meyer sagt: „In Wuppertal haben die Einzelhändler in der Innenstadt das Potenzial der Trasse erkannt und wollen an die Trasse angebunden werden.“ Für sie sind Trassenbesucher potenzielle Kunden.

Wuppertal will Fahrradstadt werden

Seit es die Nordbahntrasse gibt, werde auch im Zentrum der Stadt mehr Rad gefahren, stellt Meyer fest. Zahlen kann er nicht nennen. Die werden seit Jahren aus Kostengründen nicht erhoben. Aber 2013 hat die Politik beschlossen, das Wuppertal Fahrradstadt werden soll. „Für 2019 wurde das Budget von 40.000 Euro auf 200.000 Euro aufgestockt“, sagt Meyer. Das sind 55 Cent pro Einwohner. Für jeden, der den Radverkehr ernsthaft steigern will, ist die Summe ein Witz. Für Meyer ist das ein Anfang und ein Signal, dass die Stadt die Bedürfnisse der Radfahrer wahrnimmt und diskutiert.

Engagement lohnt sich

Sich einmischen und Ideen äußern, die das Gemeinwohl stärken: das wird in der Wuppertal immer selbstverständlicher. „Die Trasse hat der Stadt einen wichtigen Impuls gegeben“, sagt Bang. Die Bürger merken: Es bringt etwas, wenn ich mich engagiere und mischen sich ein. Erst im Februar hat eine Bürgerinitiative ein solidarisches Bürgerticket für den ÖPNV gefordert. Die Idee: Alle Bürger zahlen einen einkommensabhängigen monatlichen Beitrag und fahren dafür uneingeschränkt mit Bussen und Bahnen.

Wuppertalbewegung macht weiter

Seit 2014 ist die Strecke nun komplett in Bürgerhand. Die Wuppertalbewegung und verschiedene Trassenpaten kümmern sich darum, dass alles funktioniert. Gerhardt und seine Mitstreiter bauen inzwischen wieder. Ihr neues Projekt ist die Schwarzbachtrasse. Ein zwei Kilometer langer Abzweig von der Nordbahntrasse in den Stadtteil Langerfeld. Sie soll noch mehr Wuppertaler auf die Trasse bringen. Die Stadt hält sich raus. Sie lässt die Bürger machen. Die haben schließlich ihr und der ganzen Welt gezeigt: Wir schaffen das. 

Das jüngste Projekt der Wuppertalbewegung: Jetzt wird die Schwarzbachtrasse umgebaut
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