Gebrauchtes E-Bike gesucht!

Eine Kolumne von Andrea Reidl

Andrea Reidl Klein, aber oho. Das Lastenrad mit den 20 Zoll-Laufrädern hat am Lenker einen Korb und einen verlängerten Heckgepäckträger. Dort kann eine zweite Person bequem mitfahren

Busy Streets - Auf neuen Wegen in die Stadt der Zukunft

Wir haben unser Auto verkauft. Vor etwas über einem Jahr. Seitdem fehlt etwas. Nicht etwa der Wagen, sondern eher mehr Fahrrad. Für unsere mobile Freiheit wünsche ich mir ein E-Lastenrad. Damit will ich all das transportieren, für das ich sonst noch ein Auto leihe. Außerdem bin ich im Alltag auch gerne mal faul, wenn das drumherum anstrengend ist. Weil so ein Rad jedoch ziemlich teuer ist, würde ich es gerne gebraucht kaufen. Meine Freunde sind skeptisch. 

„Du weißt nicht wie der Vorbesitzer mit dem Rad umgegangen ist, was mit Motor oder Akku los ist“, mahnen sie. Ich kenne die Argumente. Ein E-Bike gebraucht zu kaufen, ist ähnlich heikel, wie der Kauf eines gebrauchten Carbonrads. Da fallen die Schäden auch erst auf, wenn der Rahmen während der Abfahrt kurz knackt und dann bricht.

„Das klingt nach Prä-Einkaufs-Depression“

Aber muss ich tatsächlich ein Neurad kaufen, weil Akku und Motor schlappmachen könnten? Mein Traum-Lastenrad kostet 5000 Euro, sogar etwas mehr. Was, wenn mir die neue Batterie nach kurzer Zeit aus den Händen rutscht? Lasse ich so ein teures Rad überhaupt allein auf der Straße stehen oder nachts vor der Haustür? Wahrscheinlich nicht. Eher stelle ich es neben mein Bett. Natürlich ohne Akku. Der könnte sich selbst entzünden, schlimmstenfalls explodieren. Also muss ich ihn im Schuppen deponieren, in einem beheizbaren Schrank, schließlich wird es ihm im Winter sonst dort zu kalt …. was so ein Schrank wohl kostet? Mir wird übel. 

„Das klingt nach Prä-Einkaufs-Depression“, stellte eine Freundin fest, der ich meine Sorgen schilderte. Sie ist auf dem Gebiet Expertin. Wenn sie beim Shoppen unanständig viel Geld ausgegeben hat, versteckt sie ihre Tüten so lange im Kleiderschrank bis sie wieder ruhig atmen kann. Das dauert manchmal Tage. Mein Wunsch-Lastenrad passt auf keinen Fall in meinen Schrank. Also doch lieber auf dem Gebrauchtmarkt stöbern.

Die Suche dort erinnert an frühere Dating-Versuche. Auf den ersten Blick scheint das Angebot der Kandidaten ganz ordentlich. Beim genaueren Hinsehen schrumpft es jedoch zusammen und bevor es überhaupt zum ersten Treffen kommt, ist die Euphorie vollends verpufft. „Drum prüfe wer sich ewig bindet“, haben die Alten immer gemahnt. Das stimmt zwar, allerdings muss man sich heute für ein Match längst nicht mehr begegnen. Wer genau weiß, was er will und die richtigen Fragen stellt, wird im Netz fündig - jedenfalls beim Fahrradkauf.

Kleinere Kratzer sind mir gleichgültig

Eine Bekannte hat es vorgemacht. Sie hat ihr Traumrad inmitten von E-Bay-Kleinanzeigen gefunden. Ein ein Jahr altes Urban Arrow mit Motor. 1000 km Laufleistung, für 2500 Euro. Sie hat es gesehen, bezahlt und sich zuschicken lassen. Die Reaktionen im Freundeskreis reichten von naiv bis großartig. 

Als ich es das erstemal sah, bekam ich feuchte Augen. So ein Rad steht auf Platz zwei meiner Cargobike-Wunschliste. Mir geht es wir ihr: Kleinere Kratzer am Rahmen und die etwas geringere Akkuleistung sind mir gleichgültig. Sie erleichtern mir eher den Alltag mit so einem teuren Rad.

Der Knackpunkt ist die Ungewissheit. Schließlich weiß niemand, wann und wo mein Traumrad auftauchen wird. Meine Bekannte musste ein Dreiviertel Jahr warten. Für mich klingt das nach einer Ewigkeit. Warten habe ich übers Online-Shopping schon fast verlernt. Dagegen steht die Aussicht, mein Schlafzimmer in den nächsten Jahren mit einem Cargobike zu teilen. Ich nehme also Tempo raus und den Cursor weg vom Bestellbutton. Das fühlt sich eigentlich ganz gut an. Vielleicht sollte ich künftig mehr secondhand einkaufen.  

***

Dieser Artikel erscheint im Online-Magazin „Busy Streets“ von Andrea Reidl – einem Journalismusprojekt rund um nachhaltige Mobilität, Verkehrswende und Fahrradfahren. Mehr davon? Dann fördern Sie das Projekt rechts unten. Auch mit einer RiffReporter-Flatrate können Sie Busy Streets direkt unterstützen.

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