Nebelringe

Der Sternenhimmel im September. Von Felicitas Mokler

NASA/ESA

Das Weltall ist stets in ewigem Wandel. Sterne entstehen und vergehen. Unsere Sonne wird sich in rund viereinhalb Milliarden Jahren zu einem Roten Riesenstern aufblähen und anschließend ihre äußere Hülle ins All abstoßen – und es damit Milliarden und Abermilliarden Sternen mittlerer Masse gleichtun.

Durch die Teleskope des 18. Jahrhunderts betrachtet ähnelten diese Hüllen sterbender Sterne als verwaschenes rundes Fleckchen dem Abbild eines fernen Gasplaneten wie Uranus. So kamen sie zu ihrem Namen «planetarischer Nebel». Obwohl die Astronomen längst herausgefunden haben, dass diese leuchtenden Gasnebel rein physikalisch nichts mit Planeten gemein haben, heißen sie noch heute so.

Das berühmteste dieser Objekte ist der Ringnebel M 57 im Sternbild Leier (siehe Einstiegsbild). Er erscheint im Feldstecher als unscharfes «Sternchen», in einem besseren Amateurteleskop bereits als flächige, nebelartige Ringstruktur. Nicht weit von M 57 entfernt befindet sich im Sternbild Füchschen der sogenannte Hantelnebel M 27, der eine bipolare Struktur aufweist. Und weiter östlich des Schwans, zwischen Eidechse und Andromeda, wartet der «blaue Schneeball», NGC 7662, mit einem noch komplexeren Ringmuster auf.

In der Mitte all dieser planetarischen Nebel leuchtet der heiße Kern des ursprünglichen Sterns weiter. Als sogenannter Weißer Zwerg strahlt er bei Temperaturen von 25 000 bis 30 000 Grad vor allem blaues und ultraviolettes Licht ab. Diese energiereiche Strahlung verleiht den Atomen in der abgegebenen Gashülle einen Energiekick und versetzt sie in einen energetisch angeregten Zustand. Nach einiger Zeit fallen die Atome nach und nach in niedrigere Energieniveaus oder gar den Grundzustand zurück und emittieren dabei je nach chemischem Element und Übergangsniveau Photonen bei einer ganz bestimmten Wellenlänge, also Farbe.

Die wahre Farbpracht der planetarischen Nebel offenbart sich allerdings erst in fotografischen Aufnahmen. Das menschliche Auge nimmt die lichtschwachen Objekte nur in Grautönen wahr. Besonders beeindruckend sind die Aufnahmen des Hubble Space Telescope.


Der Sternenhimmel im September über Frankfurt am Main gegen 23:00 Uhr MESZ.
stellarium/Felicitas Mokler

Position der Sternbilder

Im Monat September bietet bei Anbruch der Nacht noch das markante Sommerdreieck recht hoch am Südhimmel Orientierung. Die drei Ecksterne Deneb, Wega und Atair sind die jeweils hellsten Mitglieder der Sternbilder Schwan, Leier und Adler. Im Anschluss daran tritt von Osten her Pegasus mit Andromeda auf den Plan, gefolgt von Perseus im Nordosten. Das grossflächige Viereck im Zentrum der Pegasus-Andromeda-Konstellation ist auch als Herbstviereck bekannt. Tief im Osten und Nordosten ragen bereits die ersten Wintersternbilder wie Stier und Fuhrmann über den Horizont der ersten Nachthälfte.

Der Lauf des Mondes

Am 6. September steht der Vollmond im Wassermann. Am 13. des Monats hält sich der wieder abnehmende Halbmond im Stier auf. Zu Neumond befindet sich der Erdtrabant am 20.9. zwischen in der Jungfrau. Und am 28.9. geht der wieder zunehmende Halbmond vom Schlangenträger in den Schützen über.

Lauf der Planeten

Merkur spitzt am Morgenhimmel über den Osthorizont, am höchsten steht er vom 12. bis 16. September. Ebenfalls am Morgenhimmel erstrahlt im Osten unser Nachbarplanet Venus. Zudem gesellt sich der rötliche Mars hinzu. Jupiter steht in der ersten Monatshälfte noch tief über dem Westhorizont am Abendhimmel. Sehr viel besser zu beobachten ist der Ringplanet Saturn. Uranus im Sternbild Fische ist unter besten Beobachtungsbedingungen mit dem bloßen Auge erkennbar, Neptun im Wassermann nur mit einem Teleskop.

Eine Führung am Septemberhimmel in Stellarium gibt außerdem Jan Hattenbach hier.

Tag- und Nachtgleiche (Äquinoktium)

Am 22. September ist astronomischer Herbstanfang. An diesem Tag durchläuft die Sonne den Herbstpunkt, das heisst sie durchschreitet auf der Ekliptik den Himmelsäquator von Norden nach Süden. Zu diesem Datum sind Tag und Nacht gleich lang, im sich daran anschließenden Winterhalbjahr sind die Nächte stets länger als die Tage.