Entführte Pflanzen flüstern aus ihrem Gefängnis: „Warum bin ich hier?"

In Berlin widmen sich mehrere aktuelle Ausstellungen dem Verhältnis von Mensch und Erde. Petra Ahne und Christian Schwägerl haben sie sich angeschaut.

Foto: Christian Schwägerl / Kunstwerk: Rashid Johnson Kunstwerk im Gropius-Bau: „Antoine' s Organ“ besteht aus Stahl, Pflanzen, Teppichen und einigen Zutaten mehr.

AnthropoScene: Journalistische Expeditionen in unsere neue Erdepoche

Petra Ahne ist Autorin der Bücher „Wölfe: Ein Portrait" und „Hütten: Obdach und Sehnsucht" im Verlag Matthes & Seitz, Redakteurin der „Berliner Zeitung" und Mitgründerin von „AnthropoScene". Christian Schwägerl arbeitet für Medien wie FAZ und Yale E360 und hat 2010 mit „Menschenzeit" eines der ersten umfassenden Bücher über das Anthropozän geschrieben.

Roots: Ai Weiweis Ahnung einer Entwurzelung

Im vergangenen Jahr war Ai Weiwei im Nordosten Brasiliens, er ließ sich in einen Wald führen, in dem viele Wurzeln abgestorbener Pequi-Bäume liegen, manche seit 100 Jahren. Auf einem Video kann man sehen, wie der weltbekannte chinesische Künstler von Wurzel zu Wurzel spaziert, die am eindrucksvollsten gewachsenen wählt er aus. Von ihnen ließ er an Ort und Stelle Formen aus Silikon anfertigen, die Formen verschiffte er nach China.

In einer Gießerei wurden Abgüsse aus Eisen gemacht, und die wiederum nach Europa transportiert. Dort, in der Berliner Galerie Neugerriemschneider, sind sie nun zu sehen: sieben imposante, raumgreifende Wurzel-Skulpturen. Wüsste man nicht, dass man vor originalgetreuen Kopien steht, man käme nicht darauf. Feinste Unebenheiten zeichnen sich ab, das rostige Braun könnte auch als Holzfarbe durchgehen und wenn man die Oberfläche berührt, fühlt sie sich rau und warm an und gar nicht nach Metall.

„Roots“ ist eine von vier aktuellen Ausstellungen in Berlin, die sich mit der Natur beschäftigen und dem, was der Mensch mit ihr macht. Es ist eine bescheidene Häufung, aber eine, an der man schon ablesen kann, welche Herausforderungen es bedeutet, wenn ein tendenziell politisches Thema in die Kunst getragen wird – und auch, was dabei schief gehen kann.

Als Ai Weiwei in Brasilien war, brannte es nicht im Regenwald, jedenfalls nicht in einem Maße, das in Europa Schlagzeilen gemacht hätte. Jetzt kommt man nicht umhin, beim Gang durch die Galerie an die Tausende Bäume zu denken, die, jahrzehntelang von ebenso riesigen Wurzeln gehalten und genährt, nun in Südamerika verbrennen. Auch ohne den aktuellen Bezug wirken die Wurzeln wie ein eindringliches Mahnmal. So schön und kraftvoll sie sind, eigentlich dürfte man sie nicht sehen. Ihr Platz ist unter der Erde, ist ein Baum entwurzelt, stirbt er. So wie jeden Tag viele Bäume sterben, nicht nur in Brasilien.

Kunstwerk von Ai Weiwei
Ai Weiwei: Roots
Jens Ziehe/Photographie

Doch nicht nur deswegen wirken die knorrigen Wurzeln auf raffinierte Weise fehl am Platz in der weißen Leere der Galerieräume. Sie führen so erst recht vor Augen, wie sehr wir uns entfernt haben von der Natur, die sie und uns hervorgebracht hat. So entlarven sie das Gefühl der Betroffenheit, mit dem sich die Betrachter ihrer Naturverbundenheit und ihres Umweltbewusstseins vergewissern – mehr aber nicht. Petra Ahne

Roots, Galerie Neugerriemschneider, 7.9.-19.10.2019, Linienstr. 155, geöffnet Di-Sa 11-18 Uhr.


Licht Luft Scheiße: Alleingelassen mit rudimentären Exponaten

Im Botanischen Museum in Berlin sind gleich hinter der Kasse Dioramen in die Wand eingelassen. Solche Schaukästen gibt es ja oft in naturkundlichen Museen – einst ein kunstvolles Mittel, die Illusion einer Landschaft oder eines Lebensraums herzustellen, wirken sie jetzt meist rührend altmodisch. Auch die in Berlin, hinter der einen Glasscheibe ist ein Alpenpanorama nachgebaut, hinter einer anderen eine Tundra-Landschaft, ein dritter Kasten zeigt einen See im Querschnitt, dazu sachliche Texte.

Etwa 60 Jahre sind die Dioramen im Botanischen Museum alt, sie kommen aus einer nicht nur technisch weniger avancierten, sondern auch unbekümmerteren Zeit. Jetzt wäre es kaum denkbar, in einem Text über Hochgebirge nicht zu erwähnen, dass der Klimawandel die Gletscher schmelzen lässt. Oder in einem über die Tundra, wie die Erderwärmung die Vegetation dort beeinflusst.

Fotokopien an die Wand geheftet

Dass der Mensch dabei ist, den Planeten zu verändern, unbeabsichtigt, aber nachhaltig, das wird eine Etage über den Dioramen thematisiert, in einer für das seriöse Botanische Museum ungewöhnlichen Schau. Sie ist ein Teil einer Doppelausstellung, die andere Hälfte befindet sich im Kunstverein neue Gesellschaft für bildende Kunst, kurz nGbK, in Kreuzberg, und es ist wahrscheinlich, dass von dort auch der derb-abstrakte Name kommt: „Licht Luft Scheiße. Perspektiven auf Ökologie und Moderne“. Im Botanischen Museum ist dabei der rein künstlerische Teil untergebracht, Werke zeitgenössischer Künstler, die sich mit dem Verhältnis von Mensch und Natur auseinandersetzen. In der nGbK ist man weiter in der Zeit zurückgegangen und hat Konzepte und Ideen vor allem aus den 20er-Jahren zusammengetragen, die eine ressourcenschonende und naturverbundene Lebensweise propagierten.  

Dass nicht wirklich klar wird, was die Ansätze der beiden Ausstellungsorte verbindet, ist eine Schwäche des Projekts. Auch geht die eigentlich reizvolle Idee nicht auf, die Kunst in der Forschungsstätte unterzubringen und den an Fakten orientierten Teil in der Kunstinstitution. Der Blick auf Denkansätze, die sich schon vor 100 Jahren um ein alternatives Leben bemühten, wäre im wissenschaftlich orientierten Botanischen Museum vielleicht in besseren Händen gewesen. Er hätte der deutlicheren Einordnung und Erklärung bedurft, stattdessen ist man alleingelassen mit eher rudimentären, manchmal nur aus an die Wand gehefteten Fotokopien bestehenden Exponaten.

So spannend wie zusammenhangslos

Die Kommentare befinden sich in einem schlichten dicken, leider abbildungslosen Heft, das man mit in die Ausstellung nehmen darf und das allerdings eine wahre Fundgrube wunderlicher bis faszinierender Zeugnisse der Mensch-Natur-Beziehung ist. Nur ein Teil davon findet sich in der Ausstellung wieder. Da ist das „Fumifugium“, ein Pamphlet aus dem 17. Jahrhundert, dessen Verfasser, der Gärtner John Evelyn, bereits die Luftverschmutzung in den Städten beklagt hat.

Abfallbaum und Naturwarte – solche Exponate werden in der Ausstellung „Licht Luft Scheiße. Perspektiven auf Ökologie und Moderne“ eher zusammenhanglos geboten.
Abfallbaum und Naturwarte – solche Exponate werden in der Ausstellung „Licht Luft Scheiße. Perspektiven auf Ökologie und Moderne“ eher zusammenhanglos geboten.
Mit frdl. Genehmigung Neue Gesellschaft für bildende Kunst/BGBM Berlin

Da ist das Buch „London‘s Natural History“, 1945 veröffentlicht, als sich in den von den Bombenangriffen hinterlassenen Brachen der Stadt ungewohnte Pflanzen und Tiere ansiedelten. Der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien wird erwähnt, der 1816 als das das „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichtsbücher eingehen ließ und auch in Europa für so spektakuläre Wetterphänomene sorgte, dass Mary Shelley in einer stürmischen Nacht die Idee zu „Frankenstein“ hatte. Und der russische Mineraloge Vernadsky, der den Menschen 1926 zum geologischen Faktor erklärte – über 70 Jahre bevor der Begriff Anthropozän geprägt wurde.

Das Sammelsurium im Begleitheft ist so spannend wie zusammenhanglos. Bei den Exponaten in der nGbK, die in einem Hinterhof an der Kreuzberger Oranienstraße untergebracht ist, liegt ein Schwerpunkt auf sozialreformerischen Ideen der Zwischenkriegszeit. Eine Art immer wieder auftauchender Spiritus Rector ist der Landschaftsarchitekt Leberecht Migge. Migge, der mit seinen Ideen für einen städtischen Selbstversorgergarten wie ein Vordenker des Urban Gardening wirkt, stellte auch jede Menge Überlegungen an zur Möglichkeit, menschliche Fäkalien zu verwerten. Darum fanden diese wahrscheinlich auch Eingang in den Ausstellungstitel.

Das Fragmentarische der Präsentation sei gewollt, sagen die Ausstellungsmacher, man solle sich treiben und anregen lassen. Nur sind alle Aspekte so kurz angerissen, dass das Angeregtsein über den Augenblick nicht hinausreicht.

Mehr Haltung und Intention hätten der Ausstellung gutgetan. Die Frage, wie wir nachhaltig leben können, welches Verhältnis von Mensch und Natur beiden langfristig das Überleben sichert, ist drängender denn je und gerade erfreulicherweise endlich einmal ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerutscht. Doch eine nur ein eingeweihtes Publikum ansprechende Ausstellung vertut die Chance, mehr Menschen zu erreichen.

Pigmente aus verseuchten Pflanzen

Die künstlerischen Positionen im Botanischen Museum erschöpfen sich teils in einem empathischen Blick auf die Natur. So jedenfalls wirkt es, wenn auf einem Gemälde von Katarzyna Kukula winzige Menschen über die Äste eines Baumes krabbeln oder Kim Nekarda es auf seinen Bilder zu schattenhaften Begegnungen zwischen Mensch und Wal kommen lässt. Wenige Arbeiten haben die analytische Schärfe von Susanne Kriemanns „Ge(ssenwiese) K(anigsberg). Library for Radioactive Afterlife“. In Gessenwiese und Kanigsberg wurde in der DDR Uran abgebaut, das vor allem für den Bau von Atomwaffen genutzt wurde.

Die Fotografin besucht seit Jahren an der Seite von Forschern die renaturierten, aber als verseucht geltenden Gebiete im Erzgebirge, um die Folgen des Uranbergbaus zu dokumentieren. Sie fotografiert dort zum Beispiel Pflanzen, die sie später trocknet und zu Pigmenten verarbeitet. Diese Pigmente verwendet sie wiederum in ihren Heliogravuren: der Gegenstand des Bildes und das Material, aus dem es besteht, werden eins. Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft kann sehr überzeugend sein. Petra Ahne

Licht Luft Scheiße. Perspektiven auf Ökologie und Moderne. Bis 27. Oktober, im Botanischen Museum Berlin (Königin-Luise-Str. 6-8, 14195 Berlin, täglich 9-19 Uhr) und in der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (Oranienstr. 25, 10999 Berlin, täglich 12-18 Uhr, freitags 12-20 Uhr). Bis 18. September außerdem Veranstaltungen der Nachbarschaftsakademie im Prinzessinnengarten Kreuzberg (Prinzenstr. 35-38, 10969 Berlin)

„Antoine's Organ" von Rashid Johnson im Foyer des Gropius Bau.
„Antoine's Organ" von Rashid Johnson im Foyer des Gropius Bau.
Foto: Christian Schwägerl / Kunstwerk: Rashid Johnson

Garten der irdischen Freuden: Von der Politik zur Erotik der Natur

Huch, was ist das denn?

Hat IKEA eine Außenstelle im Berliner Gropius-Bau errichtet, eine Art Pop-up-Möbelhaus? Nein, natürlich nicht. Aber es sei den Machern der Ausstellung „Garten der irdischen Freuden" dafür gedankt, dass sie das Exponat von Rashid Johnson ins Foyer gestellt haben, wo man schnell daran vorbeilaufen kann. Denn der Erklärtext macht die Sache nur schlimmer: Eine Vielzahl von Pflanzen und Objekten sei „zu einem üppigen Ökosystem organisiert", steht da, obwohl dieses Pflanzenregal genau das nicht ist. Normierte und domestizierte Topfpflanzen riefen „die Diskussion um das Spannungsverhältnis von Natur und Kultur auf“, heißt es weiter. Wir lernen: Auch Plattitüden sind stapelbar, ist das Regal nur hoch genug.

Was ein Glück, dass sich die Verhältnisse ins Gegenteil verkehren, beginnt man den eigentlichen Ausstellungsrundgang. Den Kuratoren ist eine Komposition an Kunstwerken gelungen, die das einlöst, was das IKEA-Regal im Foyer nur verspricht. Ausgangspunkt ist das Gemälde „Garten der Lüste", das im 16. Jahrhundert in der Tradition des gleichnamigen, im Prado beheimateten Triptychons von Hieronymus Bosch entstanden ist. Das Gemälde kann mit seinen üppigen Szenen menschlicher Wollust inmitten traumhafter Landschaften – neben denen beim Original von Bosch im Prado eine teuflische Apokalypse abläuft, die man als Betrachter unwillkürlich dazudenken muss – als eine Art Science Fiction gedeutet werden. Er spielt in einer Zeit, in der naturverbundenes Denken und rasende Naturzerstörung gleichzeitig ablaufen und große Fragen aufwerfen. Ein Science Fiction also, der zum Beispiel im Jahr 2019 spielt. Aus dem 16. Jahrhundert betrachtet ist unsere Zeit das Äquivalent des Jahres 2500 für uns.

Lungiswa Gqunta: „Lawn I
Lungiswa Gqunta: „Lawn I
Foto: Christian Schwägerl / Kunstwerk: Lungiswa Gqunta

In dieser Science-Fiction-Welt spielen Gärten eine wichtige Rolle: Sie erinnern daran, dass das Wort Paradies, so lernen wir es gleich zu Beginn, vom Wort pairidaeza abstammt, womit von Mauern umgebene Gärten in persischen Wüstenregionen gemeint waren. Und könnten mit unserem Wohlstand und unseren technischen Möglichkeiten von heute Städte nicht schon längst moderne Paradiese sein, in denen Natur und Zivilisation Symbiosen eingehen, Asphaltwüsten zu urbanen Äckern werden, Dachgärten die Insekten anlocken und Bäche fließen, wo früher Parkplätze waren? Solche konkreten Szenarien klingen in der Ausstellung an, die beteiligten Künstler schürfen aber tiefer.

Pflanzen flüstern: „Warum bin ich hier?"

Denn heute jedoch bekommt die von Mauern umgebene, also vom Menschen eingehegte und gezähmte Natur, eine neue, ins bedrohliche kippende Bedeutung: Wenn, wie der Weltklimarat IPCC jüngst feststellte, 72 Prozent der eisfreien Landfläche der Erde vom Menschen genutzt werden, dann wird die Welt zum Garten – aber zu was für einem Garten? Und mit welchen Mauern? Diese Frage wirft Lungiswa Gqunta mit der Installation „Lawn I" auf, die aus zerbrochenen Cola-Flaschen besteht. Solche Scherben liegen in Südafrika auf den Mauern der Gärten, die für Arme unerreichbar sind. Zum flächigen Glas-Rasen verwandelt, stehen sie für die großen Gebiete im Weltgarten von heute, die für Milliarden Menschen unerreichbar sind.

Gleich nebenan erzählen Pflanzen andere Geschichten von Ungerechtigkeit: Libby Harward hat sie in Glasbehälter gesteckt und lässt es – durch eine geschickte Sound-Installation – so klingen, als würden sie in indigenen Sprachen eine Frage stellen: „Warum bin ich hier?“ Es sind Pflanzen, die von Kolonialbotanikern aus den Gebieten, in denen sie heimisch sind und in denen etwa die australischen Aborigines mit ihnen zusammengelebt haben, extrahiert und in westliche Sammlungen gebracht wurden. Ihre neuen Besitzer haben sie oftmals reich gemacht, ohne dass indigene Völker überhaupt nur davon erfuhren.

Libby Harward: Ngali Ngariba (we talk), im Gropius-Bau Berlin
Libby Harward: Ngali Ngariba (we talk), im Gropius-Bau Berlin
Kunstwerk: Libby Harward; Foto: Christian Schwägerl

Andere Beiträge sind dagegen rein sinnlich angelegt, beschwören eine im Wortsinn lustvolle Beziehungen zur Natur, in lesbischer Ausformung in Pipilotti Rists psychodelischem Film „Homo sapiens sapiens“, in dem zwei rothaarige Venusfiguren durch Zeit, Raum und Unterholz fliegen und dabei Früchte an ihren nackten Körpern zerdrücken, deren Fruchtfleisch und Säfte sich über sie ergießen, in schwuler Variante in der Installation „Pteridophilia 1-4“ von Zheng Bo, in der Männer sich inmitten von Farnen auch an der Natur befriedigen.

Yayoi Kusama: With all my love for the tulips, I pray forever, Gropius-Bau Berlin.
Yayoi Kusama: With all my love for the tulips, I pray forever, Gropius-Bau Berlin.
Kunstwerk: Yayoi Kusama; Foto: Christian Schwägerl

Subtiler geht den Akt der Berührung – in dem der Übergang von der idealisierten „unberührten Natur" zu einem liebevollen Umgang mit der „berührten Natur" des Anthropozäns steckt – Renato Leotta in seinem Werk „Notte di San Lorenzo" an. Bei einem Aufenthalt im Griechenland fiel ihm das Geräusch auf, das Zitronen machen, wenn sie vom Baum fallen. Ausgehend von der Idee einer „newtonschen Landschaft", wie es im Begleittext heißt, in der jede fallende Frucht die Geburt einer Idee verkörpere, entwickelte Leotta einen Plan, der eher in die Erotik führt. Unter den Zitronenbäumen legte er ungebrannte Terrakotta-Fließen aus. Statt die Früchte zu ernten, wie es üblich ist, wartete er ihre Reifung ab und den Moment, in dem sie von selbst herabfielen, um Abdrücke zu hinterlassen.

Renato Leotta: Notte di San Lorenzo im Gropius-Bau Berlin
Renato Leotta: Notte di San Lorenzo im Gropius-Bau Berlin
Kunstwerk: Renato Leotta; Foto: Christian Schwägerl

„Garten der irdischen Freuden“ ist eine Ausstellung, die dem Besucher ein Thema, das zunächst nach verkopfter Kulturgeschichte oder nach reiner Ästhetik klingt, in vielen Dimensionen reichhaltig erschließt und mehr als nur zum Nachdenken anregt. Es sind Werke wie das von Harward, die der Ausstellung etwas Hochaktuelles geben und aufzeigen, wie viel mehr Aufmerksamkeit die Politik der Natur verdienen würde, während uns der sinnliche Teil vorführt, dass es noch mehr brauchen wird als eine gute Umweltpolitik, um den prekären anthropozänen Weltgarten weg von der ökologisch-ökonomischen Dystopie und wenigstens ein paar Zentimeter hin zum pairidaeza zu schieben. Christian Schwägerl

Garten der irdischen Freuden. Bis 1. Dezember 2019 im Gropius Bau Berlin (Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin, Mittwoch bis Montag 10-19 Uhr).

AnthropoScene: Journalismus für eine neue Zeitrechnung

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