Rückenwind für Südafrikas erneuerbare Energien?

Gespräch mit Ntombifuthi Ntuli, Vorsitzende des Windenergie-Verbands SAWEA

courtesy of SAWEA Eine Windfarm in Südafrika. Man sieht die Windanlagentürme und die Landschaft.

Erneuerbare Energien haben in Südafrika enormes Potenzial. Ihr Ausbau wurde jedoch lange von der Politik und dem staatlichen Stromkonzern Eskom ausgebremst. Unter Präsident Cyril Ramaphosa zeichnet sich der vorsichtige Beginn einer Energiewende ab.

Ein Interview von Leonie March aus dem Online-​Magazin Afrika-​Reporter.

Eskom, durch Korruption und Misswirtschaft heruntergewirtschaftet, ist mit der Stromversorgung Südafrikas überfordert. Loadshedding ist die Folge – geplante Stromausfälle, unter denen südafrikanische Haushalte und die Wirtschaft nun schon seit Jahren leiden. Dazu kommt die verheerende Klimabilanz der Kohlekraftwerke, die weiterhin den Löwenanteil des Stroms am Kap erzeugen.

Im Herbst 2019 wurde nach langer Verzögerung endlich der neue staatliche Ausbauplan für den Energiesektor verabschiedet, mit einem wachsenden Anteil Erneuerbarer Energien in Kombination mit Erdgas.

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Bis 2030 sollen neue Wind- und Solaranlagen mit einer Kapazität von 14,4 bzw. sechs GW gebaut werden. Insgesamt sollen erneuerbare Energien dann ein knappes Viertel des landesweiten Energiebedarfs decken, Kohlestrom „nur“ noch rund die Hälfte. Doch angesichts des Corona-Lockdowns liegen diese Pläne nun erstmal wieder auf Eis.

Darüber und über die Zukunftsperspektiven der Branche, habe ich mit Ntombifuthi Ntuli gesprochen, sie ist die Vorsitzende des südafrikanischen Windenergie-Verbands SAWEA.


Welche Konsequenzen hat der derzeitige Lockdown für die südafrikanische Windenergie-Branche?

„Die Versorgung der Bevölkerung mit Strom, die Energieerzeugung und die Wartung der Anlagen gelten laut Lockdown-Bestimmungen als systemrelevant. Allerdings betrifft das nur die Windparks, die bereits Strom produzieren und nicht jene, die noch im Bau sind.

Das heißt, dass alle Projekte erneuerbarer Energien, inklusive zwölf Windparks mit einer Gesamtkapazität von 1.4 GW, von einem Tag auf den anderen abrupt zum Stillstand gekommen sind. Daran hat sich leider auch nach der leichten Lockerung des Lockdowns Anfang Mai nichts geändert.

Außerdem ist der landesweite Stromverbrauch durch den nahezu vollständigen Stillstand der Wirtschaft drastisch gesunken. Direkt zu Beginn des Lockdowns hat Eskom deshalb angekündigt, die Stromproduktion durch Erneuerbare zu drosseln.

Einige Windfarmen sind davon betroffen, andere jedoch nicht, da es sich hierbei um bilaterale Verträge zwischen Eskom und den unabhängigen Stromproduzenten handelt.“ 

Ein Portrait von Ntombifuthi Ntuli, der SAWEA-Vorsitzenden
Ntombifuthi Ntuli, SAWEA-Vorsitzende
courtesy of SAWEA
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