Trump und die Frauenrechte in Uganda

Bettina Rühl Unter einem Baum in einem ugandischen Dorf haben sich rund 50 Frauen versammelt, sie sitzen im Gras. Eine medizinische Angestellte stellt ihnen die verschiedenen Verhütungsmittel vor.

Trump will Abtreibungen weltweit verhindern - und hat in Afrika das Gegenteil erreicht: weniger Verhütung, mehr ungewollte Schwangerschaften, mehr unsichere Abtreibungen. Der Grund: seine "Mexico City Policy".

Susanna Zaitarokye ist so aufgeregt, dass sie die Müdigkeit gar nicht spürt. Dabei ist sie an diesem Morgen schon um vier Uhr aufgestanden, als alles noch dunkel war. Dann ist sie losgegangen ohne etwas zu essen, es war sowieso nichts im Haus, denn das Geld ist bei ihr und ihrem Mann knapp. Aber der Hunger spielt jetzt keine Rolle, Susanna Zaitarokye hat wichtigeres im Sinn. Die 34-jährige Mutter von acht Kindern wird gleich ein Implantat eingesetzt bekommen, das weitere Schwangerschaften unterbindet. „Ich bin glücklich darüber“, sagt die Uganderin mit einem leicht verlegenen Lächeln. Ein bisschen unangenehm ist ihr das Reden über dieses Thema schon, deshalb möchte sie auch nicht fotografiert werden. Dabei ist die Atmosphäre hier so entspannt und natürlich im Umgang mit Verhütungsmitteln, dass sich ihre Befangenheit mehr und mehr löst.  


Susanna Zaitarokye ist an diesem Morgen vier Stunden lang gewandert, um ins staatliche Gesundheitszentrum von Buserengenyu zu kommen. Die Siedlung ist fünf holprige Autostunden von der nächsten größeren Stadt Hoima entfernt, wobei die Fahrt nur mit dem Geländewagen zu bewältigen und in der Regenzeit vermutlich unmöglich ist. Jetzt, in der Trockenzeit, hat ein Outreach-Team der Organisation „Marie Stopes“ den Weg hierher auf sich genommen, um die Frauen und Männer im Umfeld der Siedlung über Verhütungsmethoden aufzuklären. Und Spirale, Implantat oder Kondome, wenn gewünscht, auch gleich auszugeben oder einzusetzen. Am Vortag ist ein Team mit einem Megaphon durch die umliegenden Siedlungen gefahren, um die Menschen über die Anwesenheit des Familienplanungs-Teams am nächsten Tag zu informieren. 


RiffReporter fördern

Tauchen Sie ein! Mit ihrem Kauf unterstützen Sie neue Recherchen der Autorinnen und Autoren zu Themen, die Sie interessieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,
um diesen RiffReporter-Beitrag lesen zu können, müssen Sie ihn zuvor kaufen. Damit Ihnen der Kauf-Dialog angezeigt wird, dürfen Sie sich aber nicht in einem Reader-Modus befinden, wie ihn beispielsweise der Firefox-Browser oder Safari bieten. Mit dem Beitragskauf schließen Sie kein Abo ab, es ist auch keine Registrierung nötig. Sobald Sie den Kauf bestätigt haben, können Sie diesen Beitrag entweder im normalen Modus oder im Reader-Modus bequem lesen.

Flatrate ab 8 € RiffReporter unterstützen
Afrika-Reporter