Riskante Hilfe

Alltag somalischer Rettungskräfte

Bettina Rühl Ein Mann mittleren Alters steht vor einem Rettungswagen. Dieser trägt die Aufschriften "Aamin Ambulance" und "24/7 Service".

Am vergangenen Wochenende hat die islamistische Shabaab-Miliz in der somalischen Hauptstadt Mogadischu wieder einmal einen schweren Autobombenanschlag verübt. Im morgendlichen Berufsverkehr detonierte ein LKW voller Sprengstoff. Nach der vorläufigen Bilanz starben mehr als 80 Menschen, zwanzig werden noch vermisst. Und fast 150 zum Teil schwer verwundete wurden in die Krankenhäuser gebracht. Dass die Verletzten dort überhaupt ankamen, scheint aus deutscher Perspektive selbstverständlich zu sein. In Somalia ist es das nicht. 

Der Fahrer des Rettungswagens bahnt sich seinen Weg durch den chaotischen Verkehr von Mogadischu. Handkarren und Eselgespanne versperren ihm die Straße, trotz des Martinshorns weichen sie nur zögerlich aus. Pickups mit getönten Scheiben und Ladeflächen voll schwer bewaffneter Männer drängen sich vor ihn, zwingen ihn zum Abbremsen. Dabei zählt wieder einmal jede Minute. Die Helfer wurden vor 15 Minuten zu einer Gebärenden gerufen, die jetzt hinten in dem Rettungswagen auf der Trage liegt. „Es geht ihr nicht gut“, sagt der Sanitäter. „Aber vor allem das Neugeborene ist in Gefahr. Nach der Geburt hat es erst gar nicht geatmet, nach einer Weile hat es wenigstens die Augen geöffnet." Aber genug Sauerstoff bekommt das kleine Mädchen immer noch nicht. 

Die beiden Rettungssanitäter versuchen deshalb, so schnell wie möglich ins Krankenhaus zu rasen, werden aber ständig aufgehalten, weil Soldaten an Straßensperren die Fahrzeuge kontrollieren. Das soll Sicherheit bringen, weil Terroranschläge mit Sprengstoff beladenen Autos oder LKW in Mogadischu häufig sind. Aber für das Baby, das noch immer nicht genug Sauerstoff kriegt, zählt jede Sekunde. 

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