Fünf Fragen und Antworten zu Tunesien, dem Klimawandel und der COP 25

S.Mersch Tunesische Flagge und buntes Schiffswrack im Salzsee Chott El Djerid

Die Datteln, die Sie im Supermarkt in Deutschland kaufen können, schmecken nicht mehr so gut wie früher? Das liegt wahrscheinlich am Klimawandel. Die big player bei der Klimakonferenz COP 25, die vom 2. Bis 12.Dezember in Madrid stattfindet, sind andere, doch auch Tunesien läuft dort mit einem umfassenden Maßnahmenpaket auf. Gemessen an den globalen klimaschädlichen Emissionen gehört das 11 Millionen Einwohner-Land Tunesien dort zu den kleinen Fischen unter den Verursachern. Neben den Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels ist deshalb für das Mittelmeerland vor allem die Anpassung an seine Folgeschäden von Bedeutung. 

Ein Beitrag von Sarah Mersch aus dem Online-Magazin Afrika-Reporter

Wie wirkt sich der Klimawandel in Tunesien bereits jetzt aus?

Tunesien leidet unter Wassermangel und zunehmender Wüstenbildung. Mit Wasserressourcen von 385 m3 pro Person pro Jahr liegt das Land bereits jetzt unter dem von den Vereinten Nationen festgelegten Grenzwert von 500 m3, ab dem ein Land als Wassermangelgebiet gilt.

Landwirte beklagen, dass sie im Sommer die Felder nur noch unregelmäßig bewässern können. Um den Ernteeinbußen entgegenzuwirken, setzen sie vermehrt Dünger und Pestizide ein. Wassersparende Bewässerungssysteme können sich gerade Kleinbauern kaum leisten. Im für den Export so wichtigen Dattelanbau kämpfen die Bauern bereits jetzt mit Qualitätseinbußen durch die steigenden Temperaturen.

Ein Drittel der rund 570 Kilometer langen tunesischen Strände sind durch den ansteigenden Meeresspiegel akut bedroht. Nur auf 30 Kilometer wurden bis jetzt Küstenschutzmaßnahmen umgesetzt.

Die steigenden Temperaturen haben auch Auswirkungen auf das Gleichgewicht des Meeres. Immer häufiger kommt es zu Algenbildungen in großen Mengen, die zu Fischsterben führen. Doch eine Begleiterscheinung des veränderten Meeresklimas wissen die Tunesier inzwischen zu nutzen: Im Süden des Landes, vor allem im Golf von Gabes, hat sich in den letzten Jahren die Blaukrabbe ausgebreitet. Von vielen Fischern wurde sie zunächst verflucht, weil sie oft mit ihren scharfen Zangen die Netze beschädigt hat. Doch inzwischen wird sie gezielt gefischt und exportiert und stellt eine neue Einkommensquelle dar.  


Welche Szenarien gibt es für die Zukunft?

RiffReporter fördern

Tauchen Sie ein! Mit ihrem Kauf unterstützen Sie neue Recherchen der Autorinnen und Autoren zu Themen, die Sie interessieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,
um diesen RiffReporter-Beitrag lesen zu können, müssen Sie ihn zuvor kaufen. Damit Ihnen der Kauf-Dialog angezeigt wird, dürfen Sie sich aber nicht in einem Reader-Modus befinden, wie ihn beispielsweise der Firefox-Browser oder Safari bieten. Mit dem Beitragskauf schließen Sie kein Abo ab, es ist auch keine Registrierung nötig. Sobald Sie den Kauf bestätigt haben, können Sie diesen Beitrag entweder im normalen Modus oder im Reader-Modus bequem lesen.

Flatrate ab 8 € RiffReporter unterstützen
Afrika-Reporter