Äthiopien: Warum die Lage im Land des Friedensnobelpreisträgers eskaliert

Bettina Rühl Das Foto zeigt einen Blick über eine Stadt im Sonnenuntergang. Im Vordergrund ein blühender Busch. Es handelt sich um Mekelle, die Hauptstadt der äthiopischen Region Tigray. Hier eskaliert derzeit der Konflikt mit der Zentralregierung in der Hauptstadt Addis Abeba.

In Äthiopien hat der Krieg mit Worten schon vor Monaten begonnen, auch ethnische Spannungen haben drastisch zugenommen. Nun steht das Land am Abgrund eines heißen Krieges.

Am Mittwochmorgen berichtete der BBC-Journalist Girmay Gebru von Gewehrsalven, in Mekelle, der Hauptstadt der Region Tigray im Norden Äthiopiens. Der Reporter des Tigrinya-sprachigen BBC-Programms hatte die Schüsse im Hintergrund gehört, während er einen Verwandten in Mekelle, 700 Kilometer von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt, telefonisch zur Lage in Tigray befragte. Abgesehen von solchen privaten Kontakten scheint es derzeit wenig Informationsmöglichkeiten zu geben. Wie die BBC und die südafrikanische Zeitung „Mail & Guardian“ berichten, hat die äthiopische Zentralregierung Internet und Telefon blockiert, anfangs auch den Strom abgestellt.  

Kriegserklärung via Facebook

Die Bevölkerung im Rest des 105-Millionen-Einwohner-Landes konnte schon am frühen Mittwochmorgen im Internet nachlesen, was es mit den Schüssen wohl auf sich hatte: Gegen zwei Uhr morgens hatte Premierminister Abiy Ahmed Ali bei Facebook eine einschneidende Entscheidung bekannt gegeben, die auch der „Mail & Guardian“ zitierte: „Die äthiopischen Verteidigungskräfte, die von einem Kommandoposten geleitet werden, sind mit der Aufgabe betreut worden, das Land zu retten“, schrieb er. Die Regionalregierung von Tigray habe „eine rote Linie überschritten“, und er habe den äthiopischen Truppen befohlen, zu handeln. „Ich fordere die Äthiopier dazu auf, ruhig zu bleiben, in höchster Alarmbereitschaft zu sein und die militärischen Anstrengungen zu unterstützen."

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